Richtig Sparen – 10 Tipps zum Vermögensaufbau

Bei der Verbraucherzentrale Hamburg finden sich 10 wertvolle Tipps zum vernünftigen Vermögensaufbau, die ich sofort unterschreiben würde, daher hier die Liste:

1 Kein Sparen auf Kredit!
Wer mit seinem Dispo regelmäßig im Minus ist, sollte unbedingt zuerst sein Konto ausgleichen, bevor mit dem Sparen begonnen wird – denn die Zinsen für den Kredit sind immer höher als die Rendite für einen Sparvertrag. Wenn der Sparvertrag 3 oder 4% Zinsen bringt und der Dispo im Schnitt 10 bis 12% Zinsen kostet, geht bares Geld verloren.

2 Das richtige „Timing“
Der Anlagehorizont der Sparform sollte passend zur Lebensplanung gewählt werden. Für geplante Anschaffungen oder Investitionen, Selbständigkeit, Immobilienkauf, oder Heirat und Kinderwunsch muss das eigene Geld zum passenden Zeitpunkt „flüssig“ sein. Bei zu langfristiger Anlage ist oft nur mit Verlust oder gar nicht vor Fälligkeit ans eigene Geld zu kommen. Selbst wenn die Investition als Altersvorsorge gedacht ist, ist die Anlage in Etappen und entsprechende Wiederanlage nach Fälligkeit sinnvoll.

3 Sparen und Steuern
Auch wenn die ab 2009 geplante Abgeltungssteuer gerade in aller Munde ist: Für die meisten von uns sollte das die geringste Sorge sein, denn bei Anlagebeträgen bis etwa 20.000 Euro (40.000 für Verheiratete) bleibt man mit festverzinslichen Anlageformen normalerweise unter dem Freibetrag von 801 Euro (Verheiratete 1.602 Euro). Und auch darüber hinaus sollten eher Faktoren wie Gesamtrendite und Sicherheit der Anlage den Ausschlag für eine Geldanlage geben.

4 Rendite kontra Sicherheit
Wie im Beitrag zur Anlagestrategie schon erwähnt, verhalten sich Rendite und Risiko proportional zueinander. Und auch wenn die Zinsen auf Tagesgeld, Sparbuch, Festgeld, Sparbrief oder Bundesschatzbriefe mit um die 4 bis 5% recht niedrig erscheinen, so sind sie doch praktisch risikofrei. Investierter Betrag und Zinsen sind normalerweise 100% sicher. Dafür gibt es vom Anbieter eben auch entsprechend weniger Zinsen. Investmentfonds und Aktien bieten zwar eine höhere Renditechance, aber eben auch ein höheres Risiko von Schwankungen oder gar Verlust.

5 Sparen und Kosten
Depotgebühren für das Aktiendepot, Ausgabeaufschlag beim Kauf von Fonds, Kontoführung – all diese Kosten wirken sich schmälernd auf die Rendite der Geldanlage aus. Vor der Entscheidung für einen Anbieter sollte man also einen genauen Blick auf die Gebührentabelle werfen.

6 Sparen für die Immobilie
Die genannten festverzinslichen Anlageformen eignen sich bestens, um Kapital bis zum geplanten Kauf einer Immobilie „zwischenzuparken“, damit im passenden Moment der Kreditaufnahme das Kapital flüssig ist.

7 Sparen und Ethik
Einige Banken, die für Sparer „gute“ Konditionen bieten, haben bei den Verbraucherzentralen in der umgekehrten Rolle als Kreditgeber einen sehr schlechten Ruf (z.B. Citibank). Sie können Sparkunden nur deswegen gute Zinsen bieten, weil sie von den Kreditkunden ebenfalls sehr hohe Zinsen verlangen. Auch bei Fonds lege ich Wert darauf, dass die investierten Unternehmen nicht auf unethische Art, beispielsweise durch Kinderarbeit, ihre Gewinne erwirtschaften. Seit einiger Zeit gibt es spezielle „Ethik-Fonds“, die auf nachhaltiges Investment oder Umwelt- und Klimaschutz achten. Und das muss keineswegs die Rendite schmälern.

8 „Festverzinste“ kontra Versicherungen
Festverzinsliche Anlageformen wie Festgeld, Sparbriefe oder Bundesschatzbriefe eignen sich für die Altersvorsorge deutlich besser als die so beliebten Lebens- und privaten Rentenversicherungen. Denn bei letzteren ist die Anlage sehr unflexibel und auf Jahrzehnte fest gelegt mit hohem Verlust bei vorzeitiger Beendigung sowie mageren Renditen von nur 2% bis maximal 4% und hohen Verwaltungsgebühren, die die Rendite nochmals drücken.

9 Vorsicht vor Traumrenditen!
Auch wenn ich mich wiederhole: Rendite und Risiko verhalten sich grundsätzlich proportional. Bei „Traumrenditen“ und „Steuersparmodellen“ werde ich misstrauisch – Viele Menschen haben sich von der Gier den Verstand vernebeln lassen und auf die Art viel Geld nicht gewonnen sondern verspielt, z.B. mit faulen Ostimmobilien oder Medienfonds.

10 Die Verbraucherzentrale empfiehlt folgendes Sparkonzept im Miniformat
Die einzelnen Schritte bauen dabei aufeinander auf:

  • Dispo in die schwarzen Zahlen bringen.
  • Liquiditätsreserve von ein bis zwei Monatsgehältern verfügbar auf einem Tagesgeldkonto.
  • Eine mittelfristige Anlage (etwa 2 – 6 Jahre) als Festgeld, in Sparbriefen oder Bundesschatzbriefen etwa in der Höhe, wie der nächste PKW kosten soll.
  • Erst für Beträge darüber hinaus eignet sich ein Investment an der Börse oder in Immobilien.

Je nach persönlichen Umständen, Zielen und Plänen können Abweichungen vom Plan natürlich möglich und sinnvoll sein. Generell kann der Aktienanteil am persönlichen Vermögen je höher sein, desto weiter der Zeitpunkt der Rente noch entfernt ist, also dem Zeitpunkt, ab dem man von seinem Kapital leben möchte. Die Faustformel hierfür lautet „100 minus Lebensalter“. Ein 30-Jähriger könnte also durchaus 70% seines Vermögens an der Börse anlegen, da er noch viel Zeit hat, eventuelle Schwankungen auszusitzen. Gemeint ist dabei allerdings nur Kapital, dass nicht in Bälde für eine Investition oder für andere Zwecke zur Verfügung stehen soll.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt zudem, bei „Riester-Verträgen“ nicht auf private Rentenversicherungen zu setzen, sondern wegen der höheren Rendite Bank- und Fondssparpläne zu bevorzugen.

Wer allerdings größeren Wert auf Sicherheit als auf Rendite legt, kann auch eine klassische Riester-Rente wählen, beispielsweise den „RiesterMeister“ beim aktuellen Testsieger Hansemerkur 24.

Richtig sparen – Finanzielle Sicherheit erreichen

Was machst Du, wenn morgen Dein Auto einen Motorschaden hat, Deine Waschmaschine kaputt geht, oder Du einige Monate „zwischen zwei Jobs“, also ohne Arbeit bist? Bringt Dich der Gedanke komplett in Panik, oder hast Du finanzielle Reserven, um solche unvorhergesehenen Ausgaben abzufedern?

Du meinst, dafür sei doch der Dispositionskredit Deines Girokontos da? Dann kann ich Dir nur raten, mal genau nachzurechnen, wie viel Dein Dispo Dich wirklich kostet. Beispiel gefällig? Typischerweise werden dafür pro Jahr (!) zwischen 10% und 15% Zinsen fällig. Angenommen, Dein Konto ist im Schnitt mit 4.000 Euro in den Miesen, dann zahlst Du bei angenommenen 13% Zinssatz jedes Jahr 520 Euro nur an Zinsen. Schade um Dein Geld!

Finanzielle Sicherheit ist der erste Schritt

Daher ist der erste wichtige Schritt auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit, ein gewisses Polster als eiserne Reserve aufzubauen – also finanzielle Sicherheit zu haben. Dieses Geld sollte gut verzinst angelegt sein aber trotzdem leicht verfügbar – Du musst im Notfall sofort darauf zugreifen können. Der beste Weg, das zu erreichen, ist die Geldanlage auf einem Tagesgeldkonto. Denn auf Deinem Girokonto bekommst Du meistens gar keine Zinsen für Deinen Notgroschen, während höher verzinste Anlageformen wie Festgeld oder Investmentfonds nicht so schnell flüssig zu machen sind. Ein gutes Tagesgeldkonto dagegen bietet derzeit bis zu 5% Zinsen und erlaubt Dir, jederzeit den benötigten Betrag abzuheben.

Je nach Lebenssituation und persönlichem Sicherheitsbedürfnis sollte Dein Ziel sein, zwischen 2 und 6 Netto-Monatsgehältern „auf der hohen Kante“ zu haben. Das ist natürlich nicht von heute auf morgen zu erreichen, vielleicht erscheint es Dir im Moment sogar gänzlich unerreichbar.

Es sind keine großen Beträge nötig

Aber das stimmt nicht. Die Wahrheit ist: Du musst nur endlich anfangen zu Sparen. Auch kleine Beträge werden durch regelmäßiges Sparen im Laufe der Zeit zu stattlichen Beträgen. Dazu einige Rechenbeispiele:

Ratensparen mit 4% Zinsen p.a.
monatl. Betrag Ansparzeit Zinsen Endbetrag
50 3 Jahre 113 € 1.913 €
50 5 Jahre 320 € 3.320 €
100 3 Jahre 227 € 3.827 €
100 5 Jahre 640 € 6.640 €
200 3 Jahre 453 € 7.653 €
200 5 Jahre 1.259 € 13.259 €

50 Euro im Monat zu sparen sollte eigentlich für jeden machbar sein – und auch mit diesem kleinen Betrag sind nach 3 Jahren bereits mehr als ein Monatsgehalt gespart, nach 5 Jahren dank des Zinseszinseffektes sogar 2 Monatsgehälter. Und schau Dir an, was Du erst mit 100 oder 200 Euro monatlich erreichen kannst – vielleicht spornt Dich das an, Dein finanzielles Ziel etwas schneller anzugehen?

Und was ist nun zu tun?

Überlege Dir also, wieviel Geld Du benötigst, um Dich finanziell sicher zu fühlen, und welchen Betrag Du monatlich erübrigen kannst. Mit verschiedenen Kombinationen von Laufzeit, monatlicher Rate, Sparziel und Zinssatz kannst Du in meinem Sparrechner ausprobieren, wie schnell Du zu Deinem Ziel kommst.

Es ist wichtig, das Sparen per Dauerauftrag zu automatisieren, damit Du nicht jeden Monat wieder daran denken musst, zu überweisen oder irgendwas vermeintlich wichtigeres dazwischen kommt. Wenn Du versuchst, am Monatsende das anzulegen, was übrig bleibt, wirst Du feststellen, dass überraschenderweise nie etwas übrig ist. Wenn das Geld dagegen direkt am Monatsanfang, nachdem das Gehalt da ist, abgebucht wird, wird es Dir kaum fehlen.

Als nächstes solltest Du daher ein gut verzinstes kostenloses Tagesgeldkonto einrichten, z.B. das comdirect Tagesgeld PLUS mit derzeit 5% oder das 1822direkt-CashSkyline-Konto mit zur Zeit 5,05%, auf das Du monatlich per Dauerauftrag Deine Sparrate überweist. vergleich.de bietet den kostenlosen und unabhängigen Service, die Konditionen der unterschiedlichsten Anbieter zu vergleichen, wenn Du also noch auf der Suche nach der geeigneten Bank bist.