Welche Versicherungen sind sinnvoll?

Versicherungen sind wichtig, manche sind in Deutschland sogar gesetzlich vorgeschrieben. Doch die Deutschen sind tendenziell überversichert und geben nach Expertenschätzung jährlich 15 Millionen Euro für überflüssigen Versicherungsschutz aus. Die Frage, welche Versicherungen wirklich sinnvoll sind, muss differenziert beantwortet werden. Der wichtigste Faktor dabei ist die persönliche Lebenssituation. Berufseinsteiger brauchen eine andere Absicherung als Familien mit Kindern.

Generell gilt, das Versicherungen existenzielle Risiken absichern sollen, und nicht jede Kleinigkeit, die im Alltag schief gehen kann.

Unerlässliche Versicherungen für Jedermann:

  • gesetzliche oder private Krankenversicherung:
    Im ersten Quartal 2007 besaßen laut statistisches Bundesamt in Deutschland über 200.000 Menschen keine Krankenversicherung. Dabei ist eine gute Versorgung im Krankheitsfall durch nichts zu ersetzen. Wer selbstständig ist oder oberhalb der gesetzlichen Versicherungspflichtgrenze von 48.150 im Jahr verdient, hat die Wahl, ob es eine private oder gesetzliche Versicherung sein soll. Zu entscheiden, was besser ist, ist allerdings nicht immer ganz einfach.Eine private Krankenversicherung eignet sich vor allem für junge Gutverdiener, da der Beitrag sich nach dem Eintrittsalter und nicht – wie bei der gesetzlichen – nach dem Einkommen richtet. Oftmals bekommt man so für sehr günstige Beiträge die guten Leistungen der privaten Krankenversicherung wie freie Arztwahl, kürzere Wartezeiten, höhere Erstattungen für Zahnbehandlungen und vieles mehr. Die Leistungen lassen sich ganz nach Wunsch zusammenstellen. Mit zunehmendem Alter steigen allerdings die Beiträge zur privaten Versicherung teils exorbitant, was später im Rentenalter ein schmerzhaftes Loch ins Budget reißen kann. Und Achtung: Wer einmal in die private Versicherung gewechselt ist, kann nur dann in die gesetzliche Kasse zurück, wenn das Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt oder bei Arbeitslosigkeit.In der privaten Krankenversicherung ist zudem für jedes Familienmitglied ein einzelner Beitrag fällig, während bei der gesetzlichen Versicherung Ehe-/Lebenspartner ohne eigenes Einkommen und Kinder kostenlos mitversichert sind.

    Meine Empfehlung lautet daher, bei Eintrittsalter über 30 oder geplantem bzw. vorhandenem Nachwuchs eine günstige gesetzliche Kasse wie zum Beispiel die IKK direkkt zu wählen und eine private Zusatzversicherung abzuschließen, die gewünschte zusätzliche Leistungen wie Zweibettzimmer oder Chefarztbehandlung abdeckt. Ein Vergleich der Beiträge zu gesetzlichen Krankenkassen hilft bei der Entscheidung. Der Wechsel in eine günstige Kasse kann mehrere Hundert Euro Ersparnis pro Jahr bringen, was leicht die Krankenzusatzversicherung finanziert. Ich selbst habe mich auch für diese Variante entschieden.

  • Haftpflichtversicherung
    Die Private Haftpflichtversicherung ist nach unabhängiger Meinung von Verbraucherschützern eine der wichtigsten Versicherungen überhaupt. Ob es um die bei einer Party beschädigte Stereoanlage des Freundes, den mit dem Fahrrad angefahrenen Fußgänger oder den vom Hund gebissenen Briefträger geht: Wer einen Schaden anrichtet, muss dafür haften; und zwar in unbegrenzter Höhe und lebenslang. Dabei ist eine Haftpflichtversicherung für deutlich unter 50 Euro im Jahr zu haben.
  • evtl. Kfz-Haftpflicht
    Für Autobesitzer ist die Kfz-Haftpflicht gesetzlich vorgeschrieben. Auch dabei gibt es aber große Preisunterschiede von mehreren Hundert Euro pro Jahr, so dass ein Vergleich lohnt. Ein Versicherungswechsel ist jeweils zum 30. November oder nach Preiserhöhungen möglich. Online Direktversicherungen bieten häufig besonders günstige Tarife für Kunden, die die gesamte Abwicklung über das Internet vornehmen wollen.

Für Berufseinsteiger und Singles sind zudem die folgenden Policen empfehlenswert:

  • Berufsunfähigkeit
    Die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente ist für alle, die nach 1961 geboren sind, abgeschafft worden. Allenfalls kann noch eine Erwerbsminderungsrente bekommen, wer aufgrund seiner Krankheit überhaupt nicht mehr arbeiten kann, unabhängig vom erlernten Beruf und persönlicher Qualifikation. Daher gilt es, für dieses Risiko vorzusorgen, um im Falle einer ernsten Erkrankung nicht den eigenen Lebensstandard zu gefährden. Gute Berufsunfähigkeitspolicen sind leider teuer. Sie zeichnen sich durch eine dem Bedarf entsprechende Rentenhöhe aus, die nicht deutlich unter dem aktuellen Nettoeinkommen liegt, weiter ist der Verzicht auf die sogenannte „abstrakte Verweisung“ wichtig, so dass die Versicherung nicht verlangen kann, dass ein anderer Beruf ausgeübt wird. Zudem ist darauf zu achten, dass der Schutz durch eine Nachversicherungsgarantie bei veränderter Lebenssituation wie z.B. Heirat ohne erneute Gesundheitsprüfung angepasst werden kann. Je früher eine Berufsunfähigkeitspolice abgeschlossen wird, desto günstiger sind im Allgemeinen die Beiträge. Glücklicherweise gehört das zu den Sozialleistungen meines Arbeitgebers, so dass ich mir darum keine weiteren Gedanken machen muss.
  • Auslandsreise-Krankenversicherung
    Eine plötzliche Erkrankung im Urlaub kann ganz schön teuer werden, da gesetzliche Krankenversicherungen die Kosten für Behandlungen im Ausland außerhalb der EU oder gar notwendigen Rücktransport nicht unbedingt übernehmen. Da ein Krankenhausaufenthalt in den USA leicht 2000 Euro pro Tag kosten kann, kann ein mehrwöchiger Aufenthalt den finanziellen Ruin bedeuten. Dabei lässt sich für wenig Geld vorsorgen: Auslandskrankenschutz kostet lediglich 10 bis 20 Euro pro Jahr.
  • Hausratversicherung (bei hochwertiger Einrichtung)
    Jeder, dessen Einrichtung dem studentischen Sammelsurium entwachsen ist, oder wer teure Geräte wie Flachbildfernseher und hochwertige Stereoanlagen und Computer besitzt, sollte sich gegen den Verlust dieser Ausstattung durch Brand, Einbruch, Wasserschäden und andere Desaster versichern. Es ist schlimm genug, die eigene Wohnung brennen zu sehen, weil das Kind unbemerkt den Herd eingeschaltet hat oder eine Kerze zu nah am Vorhang brannte. Noch schlimmer aber ist es, wenn dann keine Versicherung dabei hilft, den Schaden zu ersetzen. Übrigens: Mein Mann und ich haben erst drei oder vier Jahre nachdem wir zusammen gezogen waren festgestellt, dass wir jeweils eigene Hausratversicherungen besaßen – wir haben auf diese Art sicher 1000 Euro verschwendet. Paare sollten unbedingt ihre Versicherungspolicen durchgehen und prüfen, was sich optimieren lässt!

für Familien zusätzlich:

  • Risikolebensversicherung
    Die Risikolebensversicherung ist Pflicht für Familien, insbesondere mit Kindern. Für Singles dagegen ist diese Art der Absicherung gänzlich unnötig. Mit dem Todesfallschutz sorgen Familien vor für den Fall, dass der Hauptverdiener stirbt und als Versorger plötzlich ausfällt. Denn Kredite für Hausbau oder Autofinanzierung laufen weiter und staatliche Renten reichen in der Regel nicht, um den Lebensstandard des verbleibenden – eventuell nicht berufstätigen – Elternteils und der Kinder zu sichern. Die Beiträge richten sich dabei nach Versicherungssumme und Laufzeit und können sehr unterschiedlich ausfallen; ein Vergleich lohnt auf jeden Fall, auch wenn diese Art der Absicherung deutlich günstiger ist als die nicht empfehlenswerten Kapital-Lebensversicherungen.
  • Kinderinvaliditätsversicherung
    Wenn ein Kind durch Krankheit oder Unfall invalide wird und permanente Pflege benötigt oder ein Haus behindertengerecht umgebaut werden muss, kann das unter Umständen die finanziellen Möglichkeiten einer Familie bei Weitem übersteigen. Eine Kinderinvaliditätsversicherung sorgt dafür, dass zu der emotionalen Belastung nicht auch noch eine finanzielle Belastung für die Familie kommt. Gute Policen bieten neben einer Einmalzahlung zusätzlich eine monatliche Rente an. Laut statistischem Bundesamt kommen 84% aller Behinderungen durch Krankheit und nicht durch Unfall zustande, so dass eine Kinder-Unfallversicherung absolut keine Alternative ist. Die Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ zeigt in einer PDF-Broschüre, wie sich durch geeignete Maßnahmen Kinderunfälle vermeiden lassen. Beim Abschluss einer solchen Police unbedingt darauf achten, dass in den Versicherungsbedingungen nicht die Zahlung ausgeschlossen wird für Invaliditätsfälle aufgrund angeborener oder im ersten Lebensjahr aufgetretener Erkrankungen.

für Hausbesitzer zusätzlich:

  • Gebäudeversicherung
    Damit werden Gebäude, Nebengebäude und Garagen gegen Risiken wie Brand, Leitungswasser, Sturm, Hagel und weitere Elementarschäden abgesichert. Die unterschiedlichen Risiken können dabei nach Bedarf kombiniert werden. Erinnert sich noch jemand an Elbhochwasser, bei dem viele Hausbesitzer ohne Versicherung ihre komplette Existenz verloren haben? Wenn zu dem Verlust aller persönlichen Habseligkeiten auch noch die fehlende Absicherung kommt, ist die Katastrophe kaum zu bewältigen. Daher sollten Hausbesitzer solche elementaren Risiken unbedingt absichern.

Im Ruhestand

Rentner benötigen normalerweise nur noch Haftpflicht- Hausrat- und Krankenversicherung sowie – falls sie im eigenen Heim wohnen – entsprechende Gebäudeversicherungen. Lebensversicherung sowie Berufsunfähigkeitsversicherung entfallen naturgemäß, ebenso andere Beiträge zur Altersvorsorge.

Die weniger sinnvollen Policen

Wie schon gesagt: Versicherungen sind dazu da, existenzielle Risiken abzusichern. Für potentielle Schäden im Bereich von wenigen Hundert Euro lässt sich besser Kapital auf einem Notfallkonto ansparen, da gibt es wenigstens Zinsen für das eingezahlte Geld. Hier eine Liste der entbehrlichen Versicherungen:

  • Unfallversicherung
    Die private Unfallversicherung zählt mit rund 30 Millionen Verträgen zu den am meisten verbreiteten Verträgen in Deutschland. Dabei sind zum einen Unfälle auf Arbeitswegen durch die Berufsgenossenschaft abgedeckt – und ohnehin hinterlassen die meisten Unfälle keine bleibenden Schäden. Insofern ist eine solche Police nur bedingt notwendig für diejenigen, die nicht durch gesetzliche Rentenansprüche abgesichert sind, also Schüler/Studenten, Hausfrauen / -Männer. Alle anderen sind zudem mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung besser bedient, weil diese unabhängig von der Ursache der Berufsunfähigkeit zahlt. Denn was, wenn die Invalidität durch eine Krankheit statt durch einen Unfall verursacht ist?
  • Rechtsschutz:
    Allenfalls ist für Vielfahrer der Kfz-Rechtsschutz sinnvoll. Bei Arbeits- und Mietstreitigkeiten bieten Gewerkschaft oder Mieterbund bessere Unterstützung als eine private Rechtschutz-Versicherung
  • Private Arbeitslosigkeitsversicherung
    Eine solche Police ist unsinnig und teuer, weil das Geld nur über ein Jahr ausgezahlt wird und eine deutlich bessere Rendite durch Sparen in anderen Anlageformen zu erzielen ist.
  • Glasversicherung
    Da ein finanzieller Ruin durch Glasschaden nicht wirklich zu befürchten ist, ist eine Glasversicherung absolut entbehrlich, außer vielleicht für Besitzer großer verglaster Wintergärten – aber wer hat sowas schon. Sinnvoller ist meist eine Liquiditätsreserve auf einem Tagesgeldkonto. Empfehlung: Glasversicherung zum nächsten Termin kündigen.
  • Kfz-Insassenunfallversicherung
    Da alle berechtigten Ansprüche, die gegen den Fahrzeughalter oder Fahrer gestellt werden können, durch die Kfz-Haftpflichtversicherung gedeckt sind, ist diese Zusatzversicherung unnötig. Zum Schutz von Familienangehörigen ist eine Unfallversicherung, die alle Arten von Unfällen abdeckt, die bessere Wahl.
  • Kapital-Lebensversicherung
    Die typische Empfehlung lautet „Die Kapitallebensversicherung eignet sich vor allem für konservative Anleger, die einen zusätzlichen Todesfallschutz haben wollen.“ Die Wahrheit ist aber, dass ein Todesfallschutz alleine deutlich günstiger zu haben ist und es für die Altersvorsorge renditestärkere und flexiblere Anlageformen gibt. Nachdem seit 2005 die Erträge neu abgeschlossener Verträge bei Auszahlung versteuert werden müssen, sind Kapital-Lebensversicherungen für die meisten endgültig zu teuer, unflexibel und wenig rentabel. Die Renditeversprechen bei Abschluss werden am Ende selten eingehalten, denn für die zukünftigen Überschussanteile gibt es keine Garantie. Hohe Abschlusskosten mindern die Rendite zusätzlich, so dass die durchschnittliche Rendite oft weit unter diesen Prognosen liegt, und sogar unter der anderer Anlageformen.
  • Sterbegeldversicherung:
    Die Sterbegeldversicherung ist im Prinzip eine kleine Lebensversicherung, die aber in der Regel noch schlechtere Renditen abwirft als die Kapital-Lebensversicherung. Die Versicherungsbeitrage lassen sich besser anders anlegen.
  • Private Rentenversicherung
    Wir wissen alle, dass die gesetzliche Rente in Zukunft nicht ausreichen wird, im Alter den Lebensstandard zu halten. Daher ist private Vorsorge dringend geboten, jedoch gilt es hier, genau auszuwählen. Bei einer Rentenversicherung wird am Vertragsende eine monatliche Rente oder das ganze Kapital ausgezahlt. Die Höhe der Rendite kann jedoch keiner voraussagen, da die Garantieleistung meist sehr gering ist und die so genannten Überschussanteile jedes Jahr neu festgelegt werden. Gerade für jüngere bringen Fondssparpläne deutlich mehr, vor allem wenn eine Riester-Förderung möglich ist.

Fazit: Nimm Dir ein Wochenende Zeit, und prüfe Deinen Versicherungsschutz sorgfältig. In den meisten Fällen ist das gut investierte Zeit, denn es findet sich fast immer Verbesserungspotential.

  1. Schritt: Sind alle notwendigen Verträge vorhanden? Falls nicht, wird es dringend Zeit, Angebote einzuholen.
  2. Schritt: Gibt es für die gleiche Leistung möglicherweise günstigere Anbieter? Das lässt sich über einen kostenlosen Versicherungsvergleich herausfinden. Unter Umständen spart ein Wechsel einige Hundert Euro im Jahr.
  3. Schritt: Gibt es unnötige Verträge? Diese sollten bei nächster Gelegenheit gekündigt und durch eine geeignete Alternative ersetzt werden.

Was es wirklich kostet, Schulden zu haben

Geld zu leihen, kostet Zinsen. Das ist jedem klar, und an sich noch kein Problem. Allerdings reicht die Spanne von 5% bis 30% Zinsen pro Jahr, und da fängt es an, interessant zu werden.

Der Kredit, den fast jeder von uns nutzt, ist der Dispositionskredit – das „überzogene“ Konto. Die Konditionen gehen von um die 8% bis 15%. Das klingt nicht nach einem wirklich wesentlichen Unterschied, oder? Aber bei nur 2000 Euro „Miesen“, sind das beim günstigsten Anbieter 160 Euro Zinsen und beim teuersten 300 Euro und mehr. Ein ziemlicher Unterschied für die gleiche Leistung. Und eigentlich ganz schön viel Geld. Darüber habe ich mir früher nie Gedanken gemacht, es „war halt einfach so“, und schien nicht zu ändern. In Wahrheit ist es natürlich doch zu ändern: Ich habe meinen Dispo zurückgezahlt und mein aktuelles Konto besitzt absichtlich keinen Dispo mehr – so muss ich jeden Monat genau haushalten und gebe einfach nicht mehr Geld aus, als ich einnehme. Noch deutlich teurer wird es übrigens, wenn man die so genannte „geduldete Überziehung“ über das Dispo-Limit hinaus in Anspruch nimmt: da können es leicht auch mal 19% Zinsen sein.

Interessant fand ich übrigens immer, dass meine frühere Bank Lastschriften mangels Deckung nicht eingelöst hat – zum Beispiel die Telefonrechnung – aber die Quartalsabrechnung für das Konto mit Gebühren und Zinsen ging trotzdem immer noch runter. Wofür mir dann weitere Zinsen berechnet wurden.

Auch der typische Ratenkauf kann so eine teure Angelegenheit sein. Der vermeintlich „kleine Aufpreis“ für die Finanzierung eines Produkts, das man sich eigentlich nicht leisten kann, sorgt dafür, dass man sich am Ende noch weniger leisten kann, als bei Barzahlung – obwohl es sich genau umgekehrt anfühlt. Je nach Anbieter kommen hier inklusive Gebühren, Versicherungen, etc. auch mal 30% Zinsen pro Jahr zusammen. Konkret bedeutet das, dass das finanzierte Objekt nach drei Jahren fast zwei mal bezahlt ist!

Rechnungen nicht pünktlich zu zahlen, kann ebenfalls eine ganz schön teure Angelegenheit sein. Zum Beispiel meine Umsatzsteuer-Voranmeldung: Die ist einmal im Quartal zu einem festen Termin fällig. Wenn ich die einmal unpünktlich abgebe, drückt das Finanzamt ein Auge zu. Beim zweiten Mal zahle ich schon 10 Euro Verspätungszuschlag. Danach wird es richtig teuer.

Und ich erinnere mich, dass ich einmal vor ewigen Jahren ein Kleid bei einem Versender bestellt habe, und dann kam finanziell gesehen irgendwas dazwischen, so dass ich die Rechnung nicht zahlen konnte. Das Kleid hätte nur 70 Mark gekostet, aber ich habe so lange gewartet, bis die Angelegenheit bei einem Inkasso-Büro war, das natürlich Gebühren und Zinsen und alles Mögliche berechnet hat, so dass am Ende 150 Mark fällig waren. Blöd, oder? Denn natürlich musste ich irgendwann die komplette Summe zahlen – mehr als das doppelte dessen, was das Kleid ursprünglich kosten sollte. Inkassobüros kaufen den Versandunternehmen solche Forderungen ab, um sie selbst einzutreiben, weil die Gebühren ein extrem lohnendes Geschäft sind. Und dafür ist mir mein Geld inzwischen zu schade. Ich sorge jetzt dafür, dass ich genug Geld habe, um eintreffende Rechnungen pünktlich zu bezahlen und mir Verspätungszuschläge zu ersparen. Anders ausgedrückt: Ich kaufe nur Dinge, von denen ich weiß, dass ich sie auch bezahlen kann.

Bei stern.de habe ich kürzlich eine (nicht mehr ganz neue) Story über ein Schuldnerehepaar gelesen, dass im Laufe der Jahre immer tiefer in den Schuldensumpf rutschte – und einen großen Anteil daran machten neben den Zinsen vor allem auch die Nebenkosten und Gebühren aus:

„Pleite zu sein ist teuer. Jedenfalls wenn man mit den Gläubigern kein Stillhalten verabreden kann. Ein profanes Beispiel: die Rechnung eines Rechtsanwalts, der eine Forderung seines Mandanten gegen Rattmanns eingetrieben hatte. Eine Rechnung über 50,75 Euro. Rattmanns bezahlten nicht. Gebühr für den Mahnbescheid: 29,40 Euro. Gerichtskosten: 12,78 Euro. Gebühr für Vollstreckungsbescheid: 14,72 Euro. Kosten für den Antrag auf Zwangsvollstreckung: 11,76 Euro. Gebühr für eine eidesstattliche Versicherung der Rattmanns, dass bei ihnen nichts zu holen ist: 11,76 Euro. Dafür anfallende Gerichtskosten: 17,90 Euro. Kosten für Gerichtsvollzieher: 22,85 Euro. In kaum drei Monaten hatte sich die Forderung von 50,75 Euro mehr als verdreifacht: auf 171,92 Euro. Nach sechs weiteren Versuchen des Anwalts, das Geld inklusive weiterer Gebühren einzutreiben, stehen Rattmanns mit 597,34 Euro in der Kreide. Eine Steigerung um 1077 Prozent.
Aufs Ganze gerechnet, ist die Sache noch eindrucksvoller. Von den 64 145,53 Euro, die als Schulden zu Buche stehen, sind 7734,84 Euro aufgelaufene Zinsen. Stattliche 11 280,16 Euro aber betragen die Kosten für Mahn- und Vollstreckungsbescheide, für Anwälte, Inkassodienste, Gerichte und Gerichtsvollzieher.“

Vielleicht öffnet das dem ein oder anderen die Augen: Mehr Geld auszugeben als man besitzt ist unglaublich teuer! Und dabei habe ich kein Wort verloren über den emotionalen Stress den es bedeutet, wenn Du nicht weißt, wie Du die Rechnungen, die täglich im Briefkasten landen, je bezahlen sollst. Wenn es so weit ist, dass Rechnungen ungeöffnet in der Ablage landen, ist das ein Zeichen für eine Überschuldungssituation, dass durchaus ernst genommen werden sollte. Denn die Sache schleifen zu lassen macht es nur noch schlimmer. Schuldnerberatungsstellen bieten kostenlos Hilfe in solchen Situationen an.

10 Wege zu schnellem Geld

Ok, ich habe nicht gesagt, 10 Wege zu VIEL Geld… Der grundsätzliche Weg, zu Geld zu kommen, ist klar – oder nicht? Arbeiten und immer weniger ausgeben als reinkommt. Aber manchmal muss schnell etwas zusätzliches Geld her, für ungeplante Ausgaben oder kleine Extras, einen Kurzurlaub oder zum Bezahlen einer Rechnung. Mit diesen Tipps lassen sich ein paar zusätzliche Euro verdienen, vieles davon ist von zuhause aus oder ohne großen Aufwand möglich und eignet sich daher auch für die viel Beschäftigten unter uns.

  1. Ein paar Sachen auf eBay verkaufen. Klappt gut für Digitalkameras, Handys und andere Gadgets oder für Sportgeräte. Letzten Herbst habe ich auch die Winterreifen meines vorigen Wagens zu einem guten Preis verkauft. Schau einfach mal im Keller, was Dir nur Platz wegnimmt und woran jemand anders vielleicht noch Freude hat. Wichtig ist, dass der Käufer den Versand zahlt oder die Sachen selbst abholt.
  2. CDs und Bücher über Amazon verkaufen. Amazon erstattet sogar die Versandkosten. Das lohnt sich vor allem bei teuren Fachbüchern, aber andererseits: Kleinvieh macht auch Mist. Vielleicht mistest Du endlich mal Deine CD-Sammlung aus und schaffst wieder etwas Platz im CD-Regal? Meins ist komplett überfüllt, ich werde gleich am Wochenende meinen Tipp beherzigen 🙂
  3. Alte Kleidung zum Secondhand-Shop bringen. Ausgefallene Stücke wie das Cocktailkleid, in das Du sowieso nicht mehr reinpasst sind besonders geeignet, aber eigentlich geht alles, was noch gut erhalten ist. Und ein bisschen mehr Platz im Kleiderschrank ist der nette Nebeneffekt.
  4. Haushaltshilfe. In großen Einkaufsmärkten (und sogar in meinem Waschsalon) gibt es immer ein Schwarzes Brett, an dem Leute ihre Dienstleistungen anbieten, beispielsweise Bügelservice, Hunde ausführen, natürlich auch Putzen.
  5. Babysitting. Auch das über ein Schwarzes Brett anbieten.
  6. Wenn Du handwerklich begabt bist, biete doch einen „Ich repariere alles im Haushalt“ Service an oder etwas in der Art.
  7. Gartenarbeit. Wenn Du ein leidenschaftlicher Gärtner bist, biete an, den Rasen der Nachbarn zu mähen, Hecken zu schneiden, Pflanzen zu setzen, und so weiter.
  8. „Mann (oder Frau) mit Transporter“ Dienst, zum Beispiel als Umzugshelfer (meist 2 Personen mit Lieferwagen für 49 Euro pro Stunde) oder für andere Lieferfahrten. Auch das lässt sich über die beschriebenen Schwarzen Bretter anbieten, häufig sehe ich aber auch Annoncen an Laternen oder Ampeln bei uns in der Nachbarschaft.
  9. Komparse bei Film oder Fernsehen. Das bringt einerseits Geld (allerdings nicht besonders viel), macht aber vor allem Spaß. Speziell für Serienproduktionen werden ständig Leute gesucht, die im Hintergrund „mal kurz durchs Bild laufen“. Schauspielerische Fähigkeiten sind dafür nicht nötig, berühmt wird man dabei (leider) auch nicht. Die Jobs werden meist über Agenturen vergeben, einfach mal im Web nach Komparse, Agentur suchen. Seriöse Agenturen verlangen kein Geld für die Aufnahme in die Kartei.
  10. Zimmer vermieten. Das ist ein etwas aufwendigerer Tip und wird etwas länger brauchen, bis er sich auszahlt, aber kann dafür ein ständiges Zusatzeinkommen bringen. Ein Gästezimmer oder ein Ex-Kinderzimmer eignen sich zur temporären Vermietung an Messegäste (meist über Agenturen) oder Studenten (Aushang in der Uni) oder über die Mitwohnzentrale.

Hat jemand noch mehr Ideen? Immer her damit

Steuererklärung online erledigen

Leider ist die Einkommensteuererklärung immer noch nicht so einfach, dass sie auf einen Bierdeckel passt. Trotzdem wäre es ein Jammer, darauf zu verzichten, nur weil es etwas Arbeit bedeutet. Denn der Stundenlohn für die Arbeit, die Du in die Steuererklärung steckst, ist normalerweise exorbitant hoch.

Dabei ist es längst nicht so schwierig, wie es zuerst aussieht – Ich habe früher immer selber meine Steuer gemacht, bis ich zusätzlich zu meinem Angestelltendasein noch eine Firma aufgemacht habe. Seitdem habe ich einen sehr fähigen Steuerberater, und meine Empfehlung lautet eindeutig: Ein Steuerberater lohnt sich auf jeden Fall für Selbstständige oder Leute mit komplexen Vermögensverhältnissen (mehreren Immobilien, hohes Vermögen mit Kapitaleinkünften) – da kann er mehr herausholen, als er kostet – Auch wenn ich beim Bezahlen der Rechnung jedesmal schlucke.

Alle anderen „normalen“ Arbeitnehmer sollten sich selbst die Mühe machen. Die Erstellung dauert in diesen „einfachen“ Fällen inklusive Vorbereitung nicht länger als 2 oder maximal 3 Stunden, aber die durchschnittliche Erstattung liegt um die 350 Euro!

Das klingt nach einer lohnenden Sache, aber wo fängt man am besten an?

Wann ist eine Erstattung wahrscheinlich?
Lohnt es sich für Dich, Dir die Mühe zu machen, mit anderen Worten, kannst Du eine Erstattung erwarten? Laut Steuerfuchs ist damit üblicherweise in folgenden Fällen zu rechnen:

  • bei schwankenden Lohnzahlungen im laufenden Jahr, also wenn Dein Gehalt variable Anteile hat oder Du den Job gewechselt hast
  • bei Beginn oder Beendigung der Berufstätigkeit während des Jahres, wenn Du also nicht das ganze Jahr über gearbeitet hast
  • bei Versteuerung des Verdienstes aus geringfügiger Beschäftigung nach Lohnsteuerkarte, also für alle 420 Euro Mini-Jobber
  • bei Vorliegen erhöhter Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 920 Euro, z.B. für Weiterbildung, beruflich veranlasster Umzug oder doppelte Haushaltsführung
  • bei Sonderausgaben über dem Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 / 72 Euro (Ledige/Verheiratete)
  • bei Geltendmachung von außergewöhnlichen Belastungen – wie Krankheitskosten, Scheidung, Beerdigung von Angehörigen
  • bei Heirat während des Jahres
  • zur Berücksichtigung der Steuervergünstigung für selbst genutztes Wohneigentum
  • bei Bezug von Entschädigungen und Arbeitslohn für mehrere Jahre
  • zur Berücksichtigung von Verlustabzügen aus anderen Einkunftsarten oder aus Vorjahren
  • zur Anrechnung von Zinsabschlagsteuer oder Kapitalertragsteuer

Welche Unterlagen musst Du vorbereiten:

  • Du solltest von Deinem Arbeitgeber einen Ausdruck Deiner elektronischen Lohnsteuerbescheinigung bekommen haben, aus der Du die wichtigsten Informationen zu Verdienst und gezahlten Steuern und Sozialabgaben ablesen kannst. (Das ist der Nachfolger des auf die gute alte „Steuerkarte“ geklebten Zettels.)
  • Alternativ: Der Rentenbescheid
  • Wenn Du einen Riester-Vertrag hast, die Anbieterbescheinigung und Deine Sozialversicherungsnummer
  • Belege über Werbungskosten, beispielsweise Berufskleidung und Reinigung, Gewerkschaftsbeiträge, Belege zur beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung, Steuerberatungskosten
  • Weiterbildungskosten, Umzugskosten (wenn beruflich veranlasst)
  • Entgeldbescheinigung für Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe oder Krankengeld
  • Belege für Sonderausgaben: Versicherungsbeiträge, Ausbildungskosten, Zuwendungsbescheinigungen („Spendenquittung“)
  • Belege über außergewöhnliche Belastungen: Scheidungskosten, Krankheitskosten (Zahnarzt, Arzt, Heilpraktiker, Optiker), Beerdigungskosten, falls ein Familienmitglied gestorben ist
  • Heirats- oder Geburtsurkunden, falls es da Änderungen gab, Belege über Unterhaltszahlungen
  • Bei Einnahmen aus Kapitalvermögen, also wenn Du Zinsen für angelegtes Geld bekommen hast: Steuerbescheinigungen und Erträgnisaufstellungen
  • Bei vermieteten Immobilien: Mieteinnahmen, Anschaffungskosten, Zinsen und Reparaturen, Grundsteuer, Wohngeldabrechnungen
  • Rechnungen über „haushaltsnahe Dienstleitungen“, z.B. Putzfrau, Handwerkerrechnungen (muss überwiesen worden sein, Barzahlung wird nicht anerkannt)
  • Sonstige Belege über Einnahmen / Ausgaben, die relevant sein könnten

Wie werden Einkünfte und Ausgaben berechnet?
Für die Berechnung ist noch nicht mal unbedingt eine eigene Software notwendig, wenngleich es eine große Anzahl unterschiedlicher Programme gibt. Die einfachste Lösung ist die Online-Berechnung und Erstellung, beispielsweise mit dem Steuerfuchs. Auf der Webseite ist ein kompletter Steuerratgeber integriert, und Du kannst ohne Registrierung und Kosten Deine Daten unverbindlich eingeben und berechnen lassen. So siehst Du gleich, was Du als Erstattung in etwa erwarten kannst. Die errechneten Werte kannst Du dann entweder von Hand in Papierformulare übertragen – dann kostet dieser Service gar nichts. Oder Du sendest die Steuererklärung gegen eine Gebühr von ca. 15 Euro online ab und musst Dich um nichts weiter kümmern.

Eine Alternative ist die Software „Steuer-Spar-Erklärung“, die Online per Download zu erwerben ist, auf allen gängigen Windows-Rechnern läuft und ebenfalls viele Tipps und einen Leitfaden für die Steuererklärung enthält.

Lebensweisheiten

Eric Zorn, Kolumnist bei der Chicago Tribune, veröffentlich aus Anlass seines 50. Geburtstags eine Liste mit gesammelten Lebensweisheiten. Ein paar davon haben mich besonders angesprochen, weswegen ich sie hier wiedergeben will. Bei der Gelegenheit habe ich gleich noch ein paar eigene Weisheiten angefügt, auch wenn ich bis zu meinem 50. noch viel Zeit habe:

  1. Lieber schief singen als gar nicht singen.
  2. Schnelligkeit ist ein Zeichen für Respekt.
  3. Dein guter Ruf ist eines der wertvollsten Besitztümer, und weder schwierig zu bekommen noch teuer: Sei fair. Sei ehrlich. Sei vertrauenswürdig. Sei großzügig. Respektiere dein Gegenüber.
  4. Ärger Dich nicht, wenn andere Menschen nicht den gleichen Geschmack haben wie Du in Bezug auf Musik, Sport, Literatur, Essen oder Mode. Freu Dich lieber, Du hättest sonst keine Chance, jemals irgendwelche Eintrittskarten zu ergattern.
  5. Der richtige Blickwinkel ist der Schlüssel zum Glück. Aus der Entfernung sieht selbst ein Schotterweg glatt aus.
  6. Auch wenn es Dir nicht so vorkommt: Es ist ein Glück, bei der Arbeit und Zuhause Menschen zu haben, die dir sagen wenn du dich mal irrst.
  7. Mit zunehmendem Alter ist es ähnlich schwierig, Neuem gegenüber aufgeschlossen zu bleiben wie seine schlanke Taille zu behalten.
  8. Es ist selten peinlich, zuzugeben, wenn man etwas nicht weiß aber es ist meistens peinlich, so zu tun als ob.
  9. Die Angst vor Fehlern führt zu Mittelmäßigkeit. Wer keine Fehler macht, arbeitet nicht sondern ruht sich aus.
  10. Sich mit jemandem zu unterhalten ohne Fragen zu stellen ist keine Unterhaltung sondern ein Monolog.
  11. Was wie Glück aussieht, ist meist harte Arbeit.
  12. Zwei kleine Dinge, an denen Du arbeiten kannst: Fang an zu lächeln, bevor Du ans Telefon gehst und achte auf einen festen Händedruck.
  13. Der 10-Minuten Trick hilft bei der Bewältigung großer Aufgaben, die Du vor Dir herschiebst: Stell einen Wecker und versprich Dir selbst, dass Du nach 10 Minuten aufhören und etwas anderes tun darfst. Und dann fang einfach an. Wenn Du erstmal in Fahrt bist, trägt der Impuls Dich weiter.
  14. In einem Streit oder einer Krise musst Du strategisch denken und handeln. Lege erst fest, welches Ergebnis Du erreichen möchtest und arbeite dann darauf hin.
  15. All der Krempel der bei Dir rumliegt und den Du nicht mehr willst, brauchst, anziehst oder ansiehst macht es nur schwieriger, die Dinge zu finden, die Du brauchst oder anziehen willst. Verschenk die Sachen oder wirf sie weg.
  16. Wenn Du Mist gebaut hast – gib es zu. Das ist der schnellste Weg – falls es einen gibt – dass man Dir verzeiht.
  17. Geld hat man vom Behalten und nicht vom Ausgeben
  18. Alles was passiert hat auch etwas Gutes, selbst wenn es jetzt noch nicht so aussieht.
  19. Glück kommt von innen. Nicht von außen.
  20. Tu es sofort. Sonst bleibt es wieder tagelang liegen.
  21. Einfälle muss man sofort notieren, sonst sind sie genauso schnell weg wie sie kamen.
  22. Eine Erkältung dauert mit und ohne Medizin genau gleich lang.
  23. Wachstum beginnt außerhalb der Komfortzone.
  24. Gutes wie Böses – früher oder später bekommt man alles zurück.
  25. Amerikaner lieben Listen wie diese. Deutsche offenbar auch 🙂

Mehr Spartipps – nicht nur für Kleingeld

Wer seine Ausgaben den Einnahmen besser anpassen möchte – mit anderen Worten Geld sparen, sei es um einen Kredit zurückzuzahlen oder um Vermögen aufzubauen, erhält häufig den Rat, die vielen kleinen regelmäßigen Ausgaben zu reduzieren, etwa den Kaffee auf dem Weg zur Arbeit zu streichen, Energiesparlampen einzusetzen, und so weiter. Die Amerikaner nennen das den „Latte-Faktor“. Auch ich habe gerade erst 12 einfache Spartipps in der Richtung veröffentlicht. Auf diese Ausgaben zu achten, ist gut und richtig, denn übers Jahr gerechnet kommen da ganz nette Sümmchen zusammen.

Wenn man aber mal eine Zeitlang ein Haushaltsbuch führt und schaut, welches die größten Ausgabenfaktoren des eigenen Budgets sind, eröffnen sich noch ganz andere Sparpotentiale.

Miete:
Für die meisten Menschen stellt die Miete für Wohnung oder Haus jeden Monat den weitaus größten Ausgabenanteil dar. Laut Mieterbund geben die Deutschen im Schnitt 28,3% ihres Einkommens für Miete und Nebenkosten aus. Wenn ich jemandem aus anderen Teilen Deutschlands erzähle, was unsere Münchner Wohnung an Miete kostet, ernte ich regelmäßig entsetzte Blicke. Gerade wegen des hohen Anteils lässt sich dabei natürlich auch am meisten sparen. Wenn das Geld nicht reicht, solltest Du sorgfältig abwägen, ob Du nicht eine Zeit lang in einer günstigeren Wohnung leben kannst, bis die finanzielle Situation wieder besser ist. Natürlich ist ein Umzug aufwendig, kostet sicher auch Geld, aber wenn Du eine Wohnung findest, die statt 800 Euro nur 500 kostet, hast Du 3.600 Euro mehr im Jahr, um Schulden abzuzahlen. Empfehlung: Wenn die derzeitige Wohnungsmiete deutlich mehr als 35% des Einkommens kostet, ist ein Umzug ernsthaft in Erwägung zu ziehen.

Nebenkosten:
In den letzten Jahren sind die Preise für Heizöl und Gas so stark gestiegen, dass sie inzwischen die Inflation auf den höchsten Wert seit 13 Jahren getrieben haben. Die Nebenkosten machen im Schnitt in Deutschland fast 30% der Mietbelastung aus. Auch hier also deutliches Sparpotential. Zum einen natürlich durch sparsamen Umgang mit Energie und Wasser: Heizen auf nicht zu hohe Raumtemperatur und nur in den Räumen, in denen sich jemand aufhält. Vernünftiges Lüften, also nicht Fenster stundenlang „auf Kipp“ sondern Stoßlüften. Elektronische Geräte ausschalten statt „Standby“ laufen zu lassen, Energiesparlampen und Elektrogeräte mit hoher Energieeffizienz verwenden. Öfter Duschen statt Baden und Wasch- und Spülmaschine erst bei optimaler Füllung einschalten. Eine EU-Studie rechnet aus, dass ein typischer deutscher Haushalt durch effizientere Energienutzung bis zu 1.000 Euro im Jahr sparen kann. Auf der Webseite der Deutschen Energie-Agentur wird eine sehr interessante Broschüre zum Thema Energiesparen angeboten.

Eigenes sparsames Verhalten bringt viel, zusätzlich aber kann ein Wechsel des Strom- oder Gasanbieters eine Menge Geld sparen. Hier hilft ein kostenloser Vergleich der Stromanbieter in Deutschland, das beste Angebot zu finden. Zwischen günstigstem und teuerstem Anbieter kommen leicht nochmal bis zu 200 Euro Unterschied zusammen.

Zigaretten:
Alle wissen, dass Rauchen ungesund ist, und nach Einführung der neuen Nichtrauchergesetze macht es sowieso kaum noch Spaß… Aber Hand aufs Herz – wer hat schonmal ausgerechnet, was er jeden Monat für die Kippen ausgibt? Bei mir waren das 2004 – mit etwa einer Schachtel täglich – deutlich über 100 Euro monatlich. Ich habe dann einen Handel mit mir selbst gemacht und von einem Tag auf den anderen komplett aufgehört, um von dem Geld mein neues Auto, einen Mini, zu finanzieren. Und ich habe die Zigaretten nicht einen Tag lang vermisst! Wenn Du auch Deiner Gesundheit was Gutes willst und noch dazu 1.500 Euro jährlich sparen willst – dann hör doch auch auf. Es funktioniert nach meiner Erfahrung am besten ganz ohne Hilfsmittel wie Nikotinpflaster oder Tabletten, weil das Aufhören im Kopf beginnt. Die Hilfsmittel kosten nur auch wieder Geld. Der Focus beschreibt ein 10-Schritte Programm, das ganz sinnvoll klingt. Ich persönlich habe Allen Carrs Buch „Endlich Nichtraucher!“ gelesen und fand es hilfreich, aber ich weiß, dass dieser „Psychokram“ nicht jedermanns Sache ist.

Auto:
Der Deutschen liebstes Spielzeug, das Auto, verursacht ebenfalls jeden Monat hohe Kosten. Bei der Kfz-Versicherung gibt es riesige Unterschiede, da kann das teuerste Angebot leicht doppelt so viel kosten wie das günstigste, hier lohnt ein Vergleich auf jeden Fall. Je nach Versicherung ist eine Ersparnis von 1.000 bis 2.000 Euro leicht zu erreichen. Ein Wechsel ist immer zum 30. November oder bei Preiserhöhungen möglich. Zudem lässt sich durch sparsamere Fahrweise ebenfalls eine Menge Geld einsparen, was viele nicht wahrhaben wollen. Mein Wagen verbraucht 7 Liter, wenn ich damit auf der Autobahn unterwegs bin, aber 8 Liter, wenn mein Liebster fährt. Bei kurzen Strecken (und zugegebenermaßen gutem Wetter) kommt bei mir auch mal das Fahrrad oder die Straßenbahn zum Einsatz.

Wenn Dein Geld vorne und hinten nicht reicht, solltest Du überlegen, ob nicht ein günstigeres Modell für den Moment auch den Zweck erfüllen kann. Wenn Du in der Stadt wohnst, kannst Du vielleicht sogar ganz auf ein Auto verzichten und damit einen riesigen Kostenfaktor komplett von Deiner Liste streichen.

Versicherungen:
Der letzte große Batzen, den es zu überprüfen gilt, sind die Versicherungen. Viele Menschen in Deutschland sind falsch versichert, besitzen unnötige oder überteuerte Policen. Das ist natürlich Stoff für einen eigenen Beitrag, den ich schon auf der Ideenliste habe, aber in aller Kürze hier einige Hinweise: Versicherungen sind dazu da, existentielle Risiken abzusichern, und nicht für jede noch so kleine Eventualität. Kapitallebensversicherungen sind ausschließlich für Leute interessant, die ihre Familie für den Todesfall absichern wollen. Wer eine solche Versicherung als Geldanlage aufgeschwatzt bekommen hat (wie ich vor vielen Jahren), sollte prüfen lassen, ob es nicht mehr bringt, die Versicherung beitragsfrei zu stellen oder auszahlen zu lassen, und die Beiträge künftig anders anzulegen.

Unabdingbar dagegen ist für jeden nach 1961 geborenen eine Berufsunfähigkeitsversicherung, denn die zahlt der Staat nicht mehr. Krankenversicherung ist ohnehin Pflicht, und auch eine Haftpflichtversicherung sollte jeder haben. Während eine Haftpflichtversicherung bereits für wenige Euro monatlich zu haben ist, fallen für Kranken- und Berufsunfähigkeitsversicherung monatlich hunderte von Euro an. Ein Wechsel kann hier richtig Geld bringen. Die Spanne reicht von 12% bis über 16% Beitrag – ich kann Dir nur empfehlen, einmal einen Blick auf die unterschiedlichen Beitragssätze zu werfen. Ich habe vor einem Jahr meine (gesetzliche) Krankenkasse gewechselt und spare dabei jeden Monat über 50 Euro, die ich in eine private Zusatzversicherung stecke. Für alle übrigen Versicherungen, die Du planst abzuschließen oder zu wechseln lohnt ein Online-Versicherungsvergleich.

Richtig Sparen – 10 Tipps zum Vermögensaufbau

Bei der Verbraucherzentrale Hamburg finden sich 10 wertvolle Tipps zum vernünftigen Vermögensaufbau, die ich sofort unterschreiben würde, daher hier die Liste:

1 Kein Sparen auf Kredit!
Wer mit seinem Dispo regelmäßig im Minus ist, sollte unbedingt zuerst sein Konto ausgleichen, bevor mit dem Sparen begonnen wird – denn die Zinsen für den Kredit sind immer höher als die Rendite für einen Sparvertrag. Wenn der Sparvertrag 3 oder 4% Zinsen bringt und der Dispo im Schnitt 10 bis 12% Zinsen kostet, geht bares Geld verloren.

2 Das richtige „Timing“
Der Anlagehorizont der Sparform sollte passend zur Lebensplanung gewählt werden. Für geplante Anschaffungen oder Investitionen, Selbständigkeit, Immobilienkauf, oder Heirat und Kinderwunsch muss das eigene Geld zum passenden Zeitpunkt „flüssig“ sein. Bei zu langfristiger Anlage ist oft nur mit Verlust oder gar nicht vor Fälligkeit ans eigene Geld zu kommen. Selbst wenn die Investition als Altersvorsorge gedacht ist, ist die Anlage in Etappen und entsprechende Wiederanlage nach Fälligkeit sinnvoll.

3 Sparen und Steuern
Auch wenn die ab 2009 geplante Abgeltungssteuer gerade in aller Munde ist: Für die meisten von uns sollte das die geringste Sorge sein, denn bei Anlagebeträgen bis etwa 20.000 Euro (40.000 für Verheiratete) bleibt man mit festverzinslichen Anlageformen normalerweise unter dem Freibetrag von 801 Euro (Verheiratete 1.602 Euro). Und auch darüber hinaus sollten eher Faktoren wie Gesamtrendite und Sicherheit der Anlage den Ausschlag für eine Geldanlage geben.

4 Rendite kontra Sicherheit
Wie im Beitrag zur Anlagestrategie schon erwähnt, verhalten sich Rendite und Risiko proportional zueinander. Und auch wenn die Zinsen auf Tagesgeld, Sparbuch, Festgeld, Sparbrief oder Bundesschatzbriefe mit um die 4 bis 5% recht niedrig erscheinen, so sind sie doch praktisch risikofrei. Investierter Betrag und Zinsen sind normalerweise 100% sicher. Dafür gibt es vom Anbieter eben auch entsprechend weniger Zinsen. Investmentfonds und Aktien bieten zwar eine höhere Renditechance, aber eben auch ein höheres Risiko von Schwankungen oder gar Verlust.

5 Sparen und Kosten
Depotgebühren für das Aktiendepot, Ausgabeaufschlag beim Kauf von Fonds, Kontoführung – all diese Kosten wirken sich schmälernd auf die Rendite der Geldanlage aus. Vor der Entscheidung für einen Anbieter sollte man also einen genauen Blick auf die Gebührentabelle werfen.

6 Sparen für die Immobilie
Die genannten festverzinslichen Anlageformen eignen sich bestens, um Kapital bis zum geplanten Kauf einer Immobilie „zwischenzuparken“, damit im passenden Moment der Kreditaufnahme das Kapital flüssig ist.

7 Sparen und Ethik
Einige Banken, die für Sparer „gute“ Konditionen bieten, haben bei den Verbraucherzentralen in der umgekehrten Rolle als Kreditgeber einen sehr schlechten Ruf (z.B. Citibank). Sie können Sparkunden nur deswegen gute Zinsen bieten, weil sie von den Kreditkunden ebenfalls sehr hohe Zinsen verlangen. Auch bei Fonds lege ich Wert darauf, dass die investierten Unternehmen nicht auf unethische Art, beispielsweise durch Kinderarbeit, ihre Gewinne erwirtschaften. Seit einiger Zeit gibt es spezielle „Ethik-Fonds“, die auf nachhaltiges Investment oder Umwelt- und Klimaschutz achten. Und das muss keineswegs die Rendite schmälern.

8 „Festverzinste“ kontra Versicherungen
Festverzinsliche Anlageformen wie Festgeld, Sparbriefe oder Bundesschatzbriefe eignen sich für die Altersvorsorge deutlich besser als die so beliebten Lebens- und privaten Rentenversicherungen. Denn bei letzteren ist die Anlage sehr unflexibel und auf Jahrzehnte fest gelegt mit hohem Verlust bei vorzeitiger Beendigung sowie mageren Renditen von nur 2% bis maximal 4% und hohen Verwaltungsgebühren, die die Rendite nochmals drücken.

9 Vorsicht vor Traumrenditen!
Auch wenn ich mich wiederhole: Rendite und Risiko verhalten sich grundsätzlich proportional. Bei „Traumrenditen“ und „Steuersparmodellen“ werde ich misstrauisch – Viele Menschen haben sich von der Gier den Verstand vernebeln lassen und auf die Art viel Geld nicht gewonnen sondern verspielt, z.B. mit faulen Ostimmobilien oder Medienfonds.

10 Die Verbraucherzentrale empfiehlt folgendes Sparkonzept im Miniformat
Die einzelnen Schritte bauen dabei aufeinander auf:

  • Dispo in die schwarzen Zahlen bringen.
  • Liquiditätsreserve von ein bis zwei Monatsgehältern verfügbar auf einem Tagesgeldkonto.
  • Eine mittelfristige Anlage (etwa 2 – 6 Jahre) als Festgeld, in Sparbriefen oder Bundesschatzbriefen etwa in der Höhe, wie der nächste PKW kosten soll.
  • Erst für Beträge darüber hinaus eignet sich ein Investment an der Börse oder in Immobilien.

Je nach persönlichen Umständen, Zielen und Plänen können Abweichungen vom Plan natürlich möglich und sinnvoll sein. Generell kann der Aktienanteil am persönlichen Vermögen je höher sein, desto weiter der Zeitpunkt der Rente noch entfernt ist, also dem Zeitpunkt, ab dem man von seinem Kapital leben möchte. Die Faustformel hierfür lautet „100 minus Lebensalter“. Ein 30-Jähriger könnte also durchaus 70% seines Vermögens an der Börse anlegen, da er noch viel Zeit hat, eventuelle Schwankungen auszusitzen. Gemeint ist dabei allerdings nur Kapital, dass nicht in Bälde für eine Investition oder für andere Zwecke zur Verfügung stehen soll.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt zudem, bei „Riester-Verträgen“ nicht auf private Rentenversicherungen zu setzen, sondern wegen der höheren Rendite Bank- und Fondssparpläne zu bevorzugen.

Wer allerdings größeren Wert auf Sicherheit als auf Rendite legt, kann auch eine klassische Riester-Rente wählen, beispielsweise den „RiesterMeister“ beim aktuellen Testsieger Hansemerkur 24.

Anlagestrategie: diesmal Glück gehabt

Der Januar ist dieses Jahr ein komplett verrückter Börsenmonat, und ich hatte mal wieder ein spezielles Erlebnis mit meiner Anlagestrategie. Aber der Reihe nach…

Ein allgemein bekanntes Geheimnis für die erfolgreiche Geldanlage ist es, sein Kapital je nach Anlagehorizont in unterschiedliche Anlageformen zu streuen. Der Hintergrund dabei: Je höher die Rendite einer Geldanlage, desto höher ist typischerweise auch das Risiko, wodurch sich der Anlagehorizont verlängert – also die Dauer, für die das Geld angelegt wird.

Das von mir immer wieder gern genannte Tagesgeld ist im Prinzip risikofrei, wenn man mit einem seriösen Institut mit voller Einlagensicherung arbeitet, ist täglich verfügbar, bietet aber eben mit um die 4% eine relativ niedrige Rendite. Daher eignet es sich bestens zur Anlage einer Liquiditätsreserve, aus der man sich für unvorhergesehene Ausgaben oder den geplanten Urlaub bedienen kann.

Festgeld ist ebenfalls praktisch risikofrei, wird aber für einen festen (mittellangen) Zeitraum von einigen Monaten bis einigen Jahren fest angelegt und bietet dadurch etwas höhere Zinsen zwischen 4% und 5%.

Höhere Renditen erzielt man mit Investmentfonds, deren Wert und damit die Rendite aber Schwankungen unterworfen sein kann. Daher kann es passieren, dass man nur eine unterdurchschnittliche Rendite realisiert, wenn man das investierte Kapital zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigt, anstatt eine solche negative Schwankung einfach auszusitzen. Aus diesem Grund sollte man in Fonds und Aktien nur Kapital investieren, dass sicher für den geplanten Anlagezeitraum – und notfalls darüber hinaus – zur Verfügung steht.

Für einen mittelfristigen Anlagehorizont mit 3 bis 5 Jahren eigenen sich Rentenfonds, die eine vergleichsweise geringe Volatilität (Schwankungsbreite) aufweisen und im Durchschnitt zwischen 6% und 9% pro Jahr erzielen.

So genannte Mischfonds, die sowohl in Rentenpapiere als auch in Aktien investieren, sind schon risikoreicher, können dafür langfristig aber Renditen um 10% bis 12% p.a. erreichen. Der Anlagezeitraum sollte allerdings zwischen 5 und 10 Jahren liegen, denn hier sind schonmal Durststrecken an der Börse zu verkraften.

Top-Aktienfonds erreichen Renditen von 15% und deutlich mehr pro Jahr – wenn man den richtigen Zeitraum erwischt. Aus diesem Grund sollte das in Aktienfonds investierte Kapital für einen Anlagehorizont von 10 Jahren und mehr zur Verfügung stehen – über diesen Zeitraum ist eine solche Durchschnittsrendite in der Vergangenheit möglich gewesen, sogar wenn kurz vor einem Crash investiert wurde.

Aktien-Einzeltitel besitzen ein sehr hohes Risiko, und eignen sich für Kleinanleger kaum, weil mit wenig Kapital kaum eine Risikostreuung erreicht werden kann. Mit nur 5.000 Euro Kapital ist es eben schwierig, in unterschiedliche Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen zu investieren. Wenn aber die zwei oder drei Aktien im Depot plötzlich schwächeln, kann unter Umständen das gesamte Kapital verloren gehen. Daher kommt die Investition in einzelne Aktien im Grunde erst in Frage, wenn ausreichend Kapital in sichereren Anlageformen gestreut ist.

So gut informiert war ich vor 10 Jahren allerdings nicht, als die erste Aktienhysterie in Deutschland losging und ich wie alle Welt in die „Volksaktie“ der Telekom investierte, zusammen mit einigen anderen „todsicheren“ Werten wie „das Werk“. Das Problem: Ich hatte keine Liquiditätsreserve und auch kein Kapital in weniger volatilen Anlageformen verfügbar. Als ich dann plötzlich Geld brauchte, musste ich wohl oder übel meine paar Aktien verkaufen und konnte eine Erholung der Kurse leider nicht abwarten. Ergebnis: Einige tausend Euro realisierter Verlust.

Inzwischen klüger geworden, verteile ich meine Sparraten auf Tagesgeld für die Reserve, auf die ich immer zugreifen kann und unterschiedlich risikoreiche Fonds, für die ich einen Anlagehorizont von mindestens 5 Jahren geplant hatte. Aber auch diesmal musste ich vorzeitig an das in Fonds investierte Geld. Eigentlich wollte ich trotzdem noch mindestens den vermeintlich „traditionell starken Januar“ abwarten und noch einige Gewinne mitnehmen. Als dann aber die ersten Anzeichen durch die Presse gingen, dass die Zeit der rasanten Kurssteigerungen fürs erste vorbei sein würde, habe ich Anfang Januar sicherheitshalber verkauft. Ergebnis: diesmal Glück gehabt. Hätte ich wie geplant die Fonds behalten, hätte ich durch den Januar-Crash wieder eine Menge Geld verloren. Wer weiß, bis wann die Kurse sich wieder auf den Stand vom letzten Oktober erholen.

Fazit: Auch gute Anlagestrategien muss man manchmal hinter sich lassen…

Kauf auf Raten – ein schlechter Plan

Da steht im Elektronikfachmarkt dieser wunderbare HD-Flatscreen oder DVD-Recorder, nach dem man schon so lange giert, und es lockt das Preisschild mit „nur 19 Euro monatlich“ – das klingt natürlich erstmal günstig. Aber diese Rate ist 36 Monate, also 3 Jahre lang, zu zahlen. Um festzustellen, was die wahren Kosten dieses anscheinend günstigen Angebotes sind, ist keine große Rechenkunst nötig: In den 36 Monaten kommen insgesamt 689,- Euro zusammen. Eine Preisrecherche im Internet liefert die Information, dass der DVD-Recorder normalerweise zum Preis von 389,- Euro zu kaufen ist. Macht exakt 300 Euro Zinsen in den 3 Jahren, demnach ein effektiver Jahreszins von über 25%!

Noch interessanter wird die Rechnung anders herum: Wenn ich den Player jetzt noch nicht kaufe, sondern stattdessen 19 Euro monatlich anlege, beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto mit 4% Zinsen, hätte ich die 389 Euro nach 20 Monaten zusammen. Mein nächster Gedanke: Wenn ich 19 Euro im Monat zurück legen kann, dann vielleicht auch 29 – und schon reicht ein Jahr, um das nötige Geld zu sparen. Bis dahin gibt es zum gleichen Preis bestimmt sogar ein besseres Modell…

Allerdings klingt es heutzutage ziemlich spießig, auf etwas zu sparen, anstatt sich „seine Wünsche sofort zu erfüllen“, wozu wir ständig von der Werbung ermuntert werden.

Während meines Studiums, als ich nicht viel Geld zur Verfügung hatte, habe ich auch einen Videorecorder „geleast“, weil ich dachte, den brauche ich, ohne groß darüber nachzudenken. Die Unterlagen über die genauen Raten konnte ich jetzt leider nicht mehr finden, aber ich erinnere mich, dass ich jahrelang dafür gezahlt habe, leider auch dann noch, als ich den Recorder schon gar nicht mehr besaß, nachdem mein dann Ex-Freund ausgezogen war und den Recorder mitgenommen hatte. Eine unschöne Erfahrung, die ich mir wirklich hätte sparen können.

Diesen Ratschlag wird man auch von den meisten Finanzexperten bekommen: Konsumschulden, also Schulden für Dinge, die nicht an sich einen Wert darstellen sondern Ihren Wert durch Benutzung oder Verbrauch verlieren, können der erste Schritt in die Schuldenfalle sein. Teures Technikspielzeug oder andere Wünsche durch Ratenkauf oder Leasing zu finanzieren, befriedigt zwar das spontane Bedürfnis, etwas JETZT zu besitzen, aber letztlich zu einem hohen Preis: Am Ende kann man sich auf die Art nicht mehr leisten, sondern weniger, denn zusammen mit den Zinsen kommt jeder einzelne Kauf ja wesentlich teurer als bei Barzahlung. Dabei suggeriert die Werbung das glatte Gegenteil.

Wer monatlich Geld als Notgroschen zurücklegt, dessen Wahrnehmung wird sich allerdings schnell ändern. Es ist einfach ein gutes Gefühl, für unvorhergesehene Ausgaben gerüstet zu sein oder sich dann doch den neuen DVD-Rekorder aus dem Ersparten zu gönnen. Es könnte aber passieren, dass man ihn dann gar nicht mehr so dringend will, weil man plötzlich Spaß am Geld behalten statt am Geld ausgeben gefunden hat…

Mein Rat: Fang JETZT an, Geld zurück zu legen. Wenn für den Ratenkauf Geld da gewesen wäre, ist auch Geld zum Sparen vorhanden. Ich habe es mir zu Regel gemacht, grundsätzlich nur noch etwas zu kaufen, wenn ich das Geld dafür habe.

Wie man seine finanzielle Situation von einem Tag auf den anderen verbessert

Heute habe ich auf The Simple Dollar einen Tipp gefunden, wie man seine finanzielle Situation von heute auf morgen verbessern kann. Und das beste ist, dass dieser Trick nicht nur einmal sondern immer wieder funktioniert. Dabei ist es unglaublich einfach und naheliegend, aber die wenigsten kommen darauf, wieviel das bringt.

Das faszinierende ist:

(Fast) Jeder kann es anwenden. Es funktioniert für mich in München genau wie für Trent in Iowa, für Jugendliche genau wie für Erwachsene.

Es führt auf jeden Fall zu mehr Geld im Portemonnaie. Wer diesen Trick anwendet, wird auf jeden Fall mehr Geld besitzen, als wenn er es nicht getan hätte. Und weil es so einfach ist, fühlt es sich an wie Zauberei.

Es ist weder illegal noch grenzwertig. Es geht nicht um Geld, das einem nicht wirklich gehört. Niemand wird schief gucken, im Gegenteil.

Es fühlt sich gut an. Abends beim Schlafengehen hat man das Gefühl, etwas geschafft zu haben.

Und was soll das wohl sein? Der tolle Trick, mit dem jeder seine Finanzen verbessern kann?

Bereit?

Gib heute kein Geld aus.

Verbring einfach mal einen Tag, ganz ohne Geld auszugeben. Keinen Kaffee oder Butterbrezen auf dem Weg zur Arbeit. Kein Sushi aus der Supermarkt-Theke. Nicht schnell das neue Album der Lieblingsband und auch keine Songs bei iTunes kaufen. Erst recht keine Klamotten. Komm einen ganzen Tag ohne Geld aus.

Morgen kann es ja wieder weiter gehen wie normal, aber jeder Tag, den man auf diese Art nutzt, macht sich in Zukunft bezahlt. Mit dem gesparten Geld kann man Schulden abzahlen, das Notfallkonto aufstocken, einen Fondssparplan anlegen (wenn die Börse ihre Talfahrt wieder beendet hat).

Und es ist so einfach, dass wir es gleich morgen probieren können. Wer macht mit?