10 Schritte zum Anlageerfolg

Der Vermögensverwalter Hannes Peterreins beschreibt in seinem Buch „Grundsätze soliden Investierens“ die 10 wichtigsten Schritte zum Anlageerfolg:

  1. Ziele setzen: Ohne Anlageziele ist in Finanzdingen alles zufällig. Diese Ziele beschreiben beispielsweise den gewünschten Endbetrag und den geplanten Anlagezeitraum, oder das geplante Renditeziel. Genügt eine Rendite von 4%, um nach x Jahren Betrag z zu erhalten? Dient die Anlage der eigenen Altersvorsorge oder dem Sparen für die Anschaffung des neuen Autos in 3 Jahren? Eine kleine Hilfe zur Bestimmung der eigenen Ziele bietet mein-finanzbrief.de
  2. Risiko minimieren: Wenn das Ziel bekannt ist, wird die risikoärmste Anlageform gesucht, mit der es sich erreichen lässt. Bei niedrigen Renditezielen ist das vielleicht Tagesgeld oder Festgeld, also eine Anlageform mit sehr niedrigem Risiko.
  3. Vorsicht vor Vergangenheitsdaten: Wer garantiert, dass eine Aktie oder Fonds, die 5 Jahre lang sehr gut gelaufen sind, dass auch weiterhin tun? Laut Peterreins ist der Blick in die Vergangenheit einer der sichersten Wege, an den Kapitalmärkten viel Geld zu verlieren, da gute Performancedaten einerseits den Blick für eventuell hohe Gebühren und Kosten trüben, und zum anderen eine realistische Einschätzung der am Kapitalmarkt immer vorhandenen Verlustrisiken verhindern.
  4. Vergessen Sie Kapitalmarktprognosen: Niemand kann in die Zukunft schauen. Daher ist der vermeintlich „sichere Aktientipp“ und erst recht die Prognose, wie der DAX in 6, 12 oder 24 Monaten stehen wird, nicht viel mehr als Wahrsagerei. Die Gefahr ist aber, aufgrund der vermeintlichen Sicherheit zu wenig zu diversifizieren.
  5. Glauben Sie nicht an die Macht der Fondsmanager: Die Mehrzahl der aktiv gemanagten Fonds schlägt den Vergleichsindex nicht, daher lässt sich mit den deutlich kostengünstigeren Indexfonds häufig eine bessere Rendite erzielen. Die Wirtschaftswoche untersucht, welche Fondsmanager ihr Geld wert sind.
  6. Gebühren minimieren: Ein hoher Ausgabeaufschlag sowie hohe Verwaltungsgebühren können stark an der Rendite eines Fonds zehren. Dagegen hilft der Einkauf beispielsweise über Online-Fondsvermittler, die häufig viele Fonds mit 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag anbieten. Der nächste Schritt ist der Blick auf die Verwaltungsgebühr. Speziell die gerade aufgrund der Abgeltungssteuer so stark beworbenen Dachfonds schießen bei den Gebühren leicht über das Ziel hinaus.
  7. Vermögen diversifizieren: Die alte Börsenweisheit, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen solle, ist unverändert gültig. Ein ausgewogenes Portfolio enthält Produkte unterschiedlicher Anlageklassen, wie Aktien, Fonds, Anleihen, Renten, Immobilien – am besten solche, die sich möglichst unabhängig voneinander entwickeln. Damit wird das Risiko möglichst breit gestreut. Im Idealfall kann dann ein Verlust bei der einen Anlage durch Gewinne der anderen Anlage ausgeglichen werden. Die FAZ schreibt dazu: „Diversifikation über alles“.
  8. Anlagehorizont beachten: Aus der Definition der Anlageziele sollte bereits hervorgehen, für welche Dauer das Geld angelegt werden soll. Anhand dessen können dann die entsprechenden Produkte gewählt werden: Für kurzfristige Anlagen bis 24 Monate eignet sich Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarktfonds. Bei Anlagen ab mindestens 2 Jahren bis zu 6 Jahren kommen auch Aktienfonds und Anleihen in Frage. Erst bei Anlagezeiträumen darüber hinaus kommen Aktien, langlaufende Anleihen oder geschlossene Fonds in Frage. Ein interessanter Vergleich einzelner Fondsarten findet sich bei finanznet.de
  9. Risiken richtig managen: Vor Kauf von Kapitalmarktprodukten sollte sich jeder Anleger für sein Depot ein Risiko definieren, also den Verlust, den er maximal einzustecken bereit ist. Anhand dessen können dann für einzelne Positionen Strategien wie Stop-Loss Kurse oder die Option, antizyklisch nachzukaufen, definiert werden. Mehr dazu bei boerse.ARD.de
  10. Distanz wahren: Das ständige Beobachten des eigenen Depots und der Börsenkurse zerrt an den Nerven und führt laut Experte Peterreins nachweislich zu Fehlentscheidungen. Man muss ja nicht gleich so weit gehen wie André Kostolany, von dem der viel zitierte Spruch stammt: „Anleger sollten Aktien kaufen, dann Schlaftabletten schlucken. Nach ein paar Jahren können sie sich über einen hübschen Gewinn freuen“.

10 Ideen für ein kostenloses Wochenende

In der Woche bin ich immer ganz gut darin, mein Geld zusammen zu halten, aber an Wochenenden ist die Versuchung, ein bisschen extra auszugeben besonders groß: Essen gehen, Shopping, ein Cappuccino samstags in der Stadt, you name it.

Da wäre es doch ein schöner Sport, einmal im Monat ein Wochenende zu verbringen ohne Geld auszugeben und die 50-100 Euro auf mein Tagesgeldkonto für den nächsten Urlaub zu überweisen. Aber was tut man die ganze Zeit, wenn die Regel ist, wirklich überhaupt kein Geld auszugeben? Früher war mein Spruch „Spaß kostet“ – Aber gibt es vielleicht auch Aktivitäten, die nichts kosten und trotzdem Spaß machen?

Hier meine 10 Ideen für ein Wochenende ohne Geld:

  1. Eine Fahrradtour unternehmen. Wer ein Fahrrad besitzt, hat schon alles, was für einen tollen Nachmittag notwendig ist. Anregungen für Wege finden sich unter fahrradtouren.de oder fahrradreisen.de. Damit es wirklich kostenlos bleibt, muss das Picknick für unterwegs natürlich aus vorhandenen Vorräten bestritten werden.
  2. Neue Musik entdecken. Bei Last.fm gibt man einen Künstler ein, dessen Musik man mag und bekommt prompt eine große (und häufig überraschend gelungene) Auswahl von Künstlern angezeigt, die einem ebenfalls gefallen könnten. Da kann man halbe Tage verbringen und Musik hören.
  3. Den Kleiderschrank aufräumen. Klingt nicht nach Spaß? Ich habe beim letzten Aufräumen nicht nur ein paar wirklich schöne Sachen wieder entdeckt – fühlt sich fast an wie neu gekauft – sondern ich habe plötzlich auch wieder richtig Platz im Schrank. Und je nachdem, lässt sich vielleicht mit den aussortierten Stücken in einem Secondhand-Shop noch etwas Geld machen? Der Rest kommt in die Altkleidersammlung. Danach fühle ich mich immer befreit. Keller aufräumen geht auch, das gibt extra Punkte 🙂
  4. Was neues lernen. Es gibt eine Menge Anbieter von kostenlosen Kursen im Internet, zu allen nur denkbaren Themen. Die Internet-Akademie TEIA bietet kostenlose Kurse zu PC-Wissen, Wirtschafts- und Management-Themen an. Das renommierte MIT (Massachusetts Institute of Technology) bietet fast alle aktuellen Vorlesungen aus allen Fachbereichen als so genannte Open Courseware an – von Anthropologie über Linguistik und Literatur bis Wirtschaftswissenschaften. Viele Vorlesungen gibt es sogar als Audio- oder Videodateien zum Download. (Alle in englisch, natürlich). Eine große Datenbank für deutschsprachige Angebote gibt es bei e-learning-suche.de.
  5. Ein Buch lesen. Bei mir zuhause gibt es immer Bücher, die ich gekauft, aber noch nicht gelesen habe. Ein Abend auf dem Sofa mit einem Glas Wein und einem Buch ist was wunderbares. Wer kein Buch mehr rumliegen hat, kann zusätzlich noch einen Vormittag in der Stadtbücherei verbringen und stöbern.
  6. Medientausch mit einem Freund. Eine tolle Gelegenheit, zu ein paar neuen DVDs oder CDs zu kommen ist es, ein Freund einzuladen, der oder die ein paar DVDs, Bücher, Spiele oder was auch immer mitbringt, von denen er denkt, sie würden mir gefallen. Im Tausch greift er oder sie in meine Regale. Lässt sich natürlich alle später wieder zurück tauschen.
  7. Den nächsten Urlaub planen. Vorfreude ist immer wieder die schönste Freude. Wohin soll es gehen? Was soll besichtigt werden? Wo entlang soll die Tour gehen? Bei der Gelegenheit kann man gleich noch raussuchen, ob es günstige Angebote oder Rabatte für die gewünschten Attraktionen gibt.
  8. Geschenke vorbereiten. Wie wäre es, endlich mal rechtzeitig ein Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk zu haben, und nicht erst zwei Tage vorher durch die Stadt zu hetzen auf der verzweifelten Suche? Als erstes mache ich eine Liste der nächsten Geburtstage (oder der zu Weihnachten zu Beschenkenden) und dann überlege ich, was denjenigen gefallen könnte. Selbst gemachte Geschenke sind natürlich viel persönlicher als gekaufte. Hier ein paar Seiten mit Anregungen: Geschenkideen, Brigitte selbermachen oder Kosmetik selbermachen. Ich verschenke gerne schön gestaltete Fotoalben, und ich mag diese kleinen Zen-Gärten, sehr einfach selbst zu machen aus einem alten Bilderrahmen, etwas Sand und einigen kleinen Kieseln.
  9. Tagebuch schreiben. Ich meine nicht notwendigerweise ein Online-Tagebuch 🙂 Tagebuchschreiben hilft, sich über die eigenen Gedanken und Gefühle klar zu werden. Mehrere Studien haben gezeigt, dass das Schreiben von Tagebüchern einen heilenden Effekt haben kann, besonders bei der Verarbeitung negativer Erfahrungen, da man eine neue Perspektive zu den Ereignissen einnimmt. Und natürlich macht es einfach Spaß, später nachzulesen, was damals so los war, was ich gedacht und gefühlt habe.
  10. Sport machen. Sport muss nicht nur im Fitness Studio stattfinden. Für die meisten Workouts braucht man kein Equipment. Wie wär’s mal mit Situps? Laufen? Schwimmen?Bei fitness.com gibt es bebilderte Übungen für jeden Geschmack. Läufer finden Infos und Trainingspläne bei Runnersworld.de. Oder mal einen neuen Badesee ausprobieren.
  11. Bonustipp: Einen Spartipp ausprobieren. Dann würde das kostenlose Wochenende nicht nur nichts kosten, sondern sogar was bringen.

Weitere Vorschläge gerne in den Kommentaren. Und ein schönes Wochenende!

Eine Frage der Priorität

Keine Zeit, sich um die Verwirklichung der eigenen Ziele zu kümmern? Einfach zu wenig Geld, um davon auch noch etwas zu sparen? Das mit der Diät hat schon wieder nicht geklappt, weil etwas dazwischen kam?

Wer mich kennt, kennt auch meinen Lieblingsspruch dazu. „Alles eine Frage der Priorität.“ Und das meine ich nicht böse oder ironisch, sondern ich bin fest davon überzeugt, dass es sich genau so verhält im Leben. Wir haben fast immer die Wahl: Wie viele Leute, die „keine Zeit“ für irgendetwas haben, „entspannen“ sich regelmäßig vor dem Fernseher? Und wie viele Leute haben zwar „kein Geld“, aber einen neuen Flachbildfernseher?

Ich glaube, dass wir im Leben immer wieder vor der Wahl stehen, und dass was wir tun, nicht was wir sagen, zeigt, wo unsere Prioritäten liegen. Am Ende bestimmt jede einzelne dieser Entscheidungen unser Schicksal. Wer permanent mehr Geld ausgibt als er einnimmt, sucht sich die Pleite selbst aus. Da liegt aber auch die Chance: Genauso kann ich mir aussuchen, nicht pleite sein zu wollen und danach handeln. Alles andere sind Ausreden.

Die Dinge, für die ich mein Geld ausgebe oder mit denen ich meine Zeit verbringe sind offenbar die, die mir wirklich wichtig sind. Passen die zu meiner persönlichen Liste von Zielen und Werten? Wenn nicht, bin ich vermutlich in Schwierigkeiten…

Eine einfache Hilfe zur Priorisierung von Zielen bietet auch der Prioritizer, in dem man seine Ziele als Liste eingibt und dann jeweils zwischen zwei Optionen entscheidet, was einem wichtiger ist. Das Ergebnis ist eine gewichtete Liste der eigenen Eingaben. (Das Interface ist zwar englischsprachig, aber die Eingaben dürfen auch deutsch schein).

Aber mein Einkommen ist zu niedrig? – Wo liegt meine Priorität? Ein stressfreier Job mit viel Freizeit und geringem Verdienst? Dann muss ich eben meine Ausgaben einschränken. Oder ist meine Priorität, mir all die hübschen Extras leisten zu können? Dann muss ich mich hinsetzen und überlegen, woher das zusätzliche Geld kommen soll (Vielleicht aus einem Nebenjob?). Beide Optionen sind legitim, ich muss nur erwachsen genug sein, zu sehen, dass ich nicht beides auf einmal haben kann, sondern mich bewusst für eines entscheiden.

Aber ich bin… alleinerziehend, arbeitslos, etc., deswegen kann ich einfach nichts an der Situation ändern? – Wenn ich nichts ändern kann, wer dann? Der Staat wohl kaum. Die Tatsache, dass eine Situation schwierig ist, heißt nicht, dass es nicht doch noch ein paar kleine Stellschrauben gibt, an denen ich drehen kann.

Jeder hat seine eigene Ausrede, ich auch. Aber jeder hat auch die Wahl.

Wie man seine Ziele erreicht

Gestern habe ich mir endlich die Zeit genommen, und die „Last Lecture“ des im Juli an Krebs gestorbenen amerikanischen Wissenschaftlers Randy Pausch angesehen. Dieser Vortrag mit dem Titel „Really Achieving Your Childhood Dreams“ ist sein Vermächtnis an seine Kinder, er spricht darin über seine eigenen Träume und ihre Verwirklichung.

Es gibt auch eine deutsch untertitelte Version bei Google Video

Dabei war er „nicht so deprimiert, wie er sein sollte“ darüber, dass er nur noch wenige Monate zu leben hatte. Stattdessen konzentriert er sich darauf, das beste aus der verbleibenden Zeit zu machen: „I’ll keep having fun every day I have left“. Was seinen Vortrag insbesondere so inspirierend statt rührselig macht, ist dass er von der Verwirklichung der meisten seiner Träume in der ein oder anderen Form berichten kann. Das macht für mich ein erfülltes Leben aus: Seine Ziele zu kennen und an der Erreichung zu arbeiten. Der Rest kommt von selbst.

Also, fangen wir doch gleich mal an, her mit dem Notizblock:

  • Was wolltest Du mal werden, als Du noch klein warst? Mit anderen Worten: Hast Du Deinen Traumberuf? Oder war eher der Zufall oder die Umstände schuld? Es ist nie zu spät, hier etwas zu ändern.
  • Was wolltest Du immer schon mal tun, und bist noch nicht dazu gekommen? Einen Baum pflanzen? Die Welt umsegeln? Es wird höchste Zeit, konkret festzuhalten, wann und wie dieser Traum verwirklicht werden soll!
  • Worauf in Deinem Leben bist Du richtig stolz? Ein wirklich gelungenes Foto in der Dunkelkammer selbst vergrößert? Glückliche Kinder? Der Applaus von 500 Leuten nach einem tollen Vortrag? Der Siegtreffer beim Fußball? Jeder von uns hat schonmal das Gefühl erlebt, wenn alles einfach rund läuft. Gleichzeitig ist es ein Fingerzeig, in welche Richtung wir uns orientieren sollten.
  • Wenn Du nur noch ein Jahr zu leben hättest, wie würdest Du diese Zeit verbringen? Das hat selten mit Geld zu tun, oder? Warum nehmen wir uns nicht die Zeit, jetzt so zu leben, wie wir wollen? „Später“ könnte es zu spät sein.
  • Wenn Du nicht für Dein Geld arbeiten müsstest, wie würdest Du Deine Zeit verbringen? Wovor haben wir Angst?
  • Welche Werte sind Dir wichtig? Das sollte nach der Beantwortung der obigen Fragen einfach sein: Familie? Beruf? Abenteuer? Freiheit? Anerkennung? Gesundheit? Bildung? Mach eine Liste von den fünf Dingen, auf die es für Dich wirklich ankommt.

Die Antworten auf diese Fragen halte ich schriftlich fest, und ich bekomme ein ganz gutes Bild über mich selbst und die Dinge, die mir im Leben wichtig sind. Bei jeder größeren Entscheidung im Leben kann ich mich fragen, inwiefern ich meinen Zielen näher komme. Und natürlich macht mich das bereit, die „glücklichen Zufälle“ zu erkennen und zu nutzen, die einem so im Leben begegnen. Denn „Glück“ ist das Zusammentreffen von guter Vorbereitung und der passenden Gelegenheit.

Ich sehe ein, dass man das Beantworten dieser Fragen auch deprimierend finden kann – wenn man sich weit entfernt hat von den eigenen Wünschen und Zielen, und wenn sie unerreichbar scheinen, weil so viel anderes im Weg rumsteht. Dabei sind Hindernisse nur dazu da, zu beweisen, wie sehr ich etwas wirklich will. Und wenn ich weiß, was mir wichtig ist, kenne ich die Richtung, in die ich gehen kann, Schritt für Schritt.

Das können auch sehr kleine Schritte sein. Die Liste mit den 5 Werten gibt einen ersten Anhaltspunkt. Zu jedem der grundlegenden Werte überlege ich mir ein langfristiges Ziel (in 25 Jahren) und ein kurzfristiges Ziel (nächstes Jahr). Beispielsweise habe ich zu meinem Wert „Kreativität“ das langfristige Ziel, einmal ein Fotobuch bei einem angesehenen Verlag zu veröffentlichen. Kurzfristig möchte ich ein Fotoprojekt von A-Z planen und durchziehen. Als nächstes mache ich einen Plan, wie ich das erreichen möchte: Für das kurzfristige Ziel überlege ich, was ich in den nächsten 3 Tagen (Kamerasensor reinigen), nächste Woche (Projektidee entwickeln), jede Woche (1 Stunde am Projekt arbeiten), nächsten Monat (Projektidee prüfen und anpassen) und jeden Monat (Bildauswahl zusammenstellen und im Internet veröffentlichen) tun will. Für das langfristige Ziel vergleichbar: nächste Woche, nächsten Monat, jeden Monat, nächstes Jahr und jedes Jahr.

Das Aufdröseln in solche kleinen Schritte macht mein Ziel viel greifbarer, auf einmal sehe ich viel deutlicher vor mir, was ich tun kann und wie. Ich empfinde es als sehr befriedigendes Gefühl, an etwas zu arbeiten, das mir wirklich etwas bedeutet.

Tipps für mündige Verbraucher

Eine kurze Liste von grundlegenden Tipps und Infos – jeder, der Geschäfte macht, sollte all das schon längst wissen:

  1. Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, ist es das meist auch. 
    Kredite ohne Schufa, Risikofreie Investitionen mit Renditen über 10%, Nebenjobs mit Top-Verdienst fast ohne Aufwand, Gratisurlaube – In den allermeisten Fällen handelt es sich bei solchen vermeintlich „unglaublich guten Angeboten“ um pure Abzocke. Hier hilft der gesunde Menschenverstand. Merke: Gier frisst Hirn.
  2. Restschuldversicherungen sind in den meisten Fällen völlig unnötig.
    Bei Abschluss von Kreditverträgen bestehen viele Banken auf eine Restschuldversicherung, die der Bank die Zahlung der fälligen Raten auch bei Arbeitslosigkeit oder Tod des Kreditnehmers garantieren sollen. In den meisten Fällen ist eine solche Restschuldversicherung jedoch überflüssig und treibt die effektiven Zinsen des Kredits unnötig in die Höhe, teilweise bis über 30% p.a. Auch wenn eine Bank diesen Eindruck erweckt: Eine Restschuldversicherung darf nicht zur Voraussetzung für einen Kredit gemacht werden. Sinnvoll ist eine solche Versicherung nur bei hohen Kreditsummen und nur dann, wenn keine anderen Sicherheiten wie Lebensversicherung oder Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sind. Bei einem Kfz-Kredit ist das Auto Sicherheit genug.
  3. Es gibt kein generelles 14-tägiges Rückgaberecht.
    Auch wenn viele Leute davon ausgehen, dass sie quasi „auf Probe“ einkaufen können: Das universelle 14-tägige Rückgaberecht ist nur Legende, in Wahrheit gelten je nach Art des Einkaufs unterschiedliche Regelungen. Wer sich nach einem Einkauf im Geschäft anders besinnt und die Ware zurück geben möchte, obwohl sie einwandfrei ist, kann nur auf die Kulanz des Verkäufers hoffen. Bei Käufen über das Internet oder Telefon gibt es dagegen gesetzliche Regelungen zum Widerrufs- und Rückgaberecht. Trotzdem erst nachdenken, dann kaufen.
  4. Persönliche Informationen sollte man nicht leichtfertig verteilen.
    Wir haben hoffentlich inzwischen gelernt, wie wir sicher mit Karte bezahlen, beispielsweise Kreditkartendaten und Kontoinformationen nicht in jedes x-beliebige Webformular einzutippen, Kreditkarten nicht einfach aus der Hand zu geben und schon gar nicht PIN-Nummern irgendwo zu notieren. Was wir als nächstes lernen müssen, ist mit persönlichen Informationen im Web etwas diskreter umzugehen: Das Googeln potentieller Mitarbeiter oder Sexualpartner ist eine Selbstverständlichkeit – da sollte es genauso eine Selbstverständlichkeit sein, dass jeder darauf achtet, auch online keinen falschen oder negativen Eindruck zu erwecken. Mit Hilfe spezialisierter Personenensuchmaschinen kann inzwischen Jedermann regelrechte Personenprofile mit privaten Informationen aus unterschiedlichsten Quellen einsehen und für eigene – auch kriminelle – Zwecke nutzen. 
  5. „Lohnsteuer-Vorfinanzierung“ ist eine Zinsfalle
     Wer dringend Geld benötigt, kommt vielleicht in die Versuchung, eine errechnete Steuererstattung vorab „auszahlen“ zu lassen. Bei diesen Angeboten handelt es sich allerdings schlicht um extrem teure Kredite. Da ist es immer billiger, das Konto zu überziehen oder einen Verbraucherkredit aufzunehmen. 
  6. Mietkauf ist selten ein gutes Geschäft.
    Darüber habe ich schon in einem anderen Artikel ausführlich geschrieben: Kauf auf Raten ist ein schlechter Plan, wenn es sich um Konsumgüter handelt – denn die sind meistens nichts mehr wert, bevor der Kredit überhaupt bezahlt ist.
  7. Rabatte werden immer vorher auf den Preis aufgeschlagen.
    Das lernt jeder  Student der Betriebswirtschaft im ersten Semester: Der Endpreis wird aufgrund der Kosten, gewünschter Marge und einzuräumender Rabatte kalkuliert. „Rabatt, Rabatt, das lass Dir sagen, wird vorher immer draufgeschlagen.“ Wenn der Möbelhändler oder Eletrofachmarkt also 66% Rabatt einräumt, macht er damit trotzdem ein Geschäft. Und der dick rot durchgestrichene Preis ist in solchen Fällen meist ein Mondpreis, so dass der Endpreis kaum geringer ist als noch wenige Tage vor Beginn der Rabattaktion.
  8. (Größere) Einkäufe in Stressituationen vermeiden.
    Ältere Menschen, Menschen in Krisensituationen (wie Schulden, Todesfälle in der Familie), unerfahrene Konsumenten wie Schüler und Studenten sind besonders gefährdet: Größere Kaufentscheidungen sollten nie unter Druck getroffen werden. Angeblich „einmalige Gelegenheiten“, zum Beispiel der letzte Flatscreen aus dem Werbeangebot, dienen nur dazu, künstlichen Druck zu erzeugen und zum Kauf ohne vorherigen Vergleich mit Wettbewerbsangeboten zu verführen. In der Finanzbranche dient momentan die Abgeltungssteuer als Aufhänger, die Kunden zu bewegen, „noch schnell zu investieren, um dem Staat kein Geld zu schenken“. Beim Blick auf die Steuervorteile sollte jedoch die Rendite einer Anlage nicht außer Acht bleiben.
  9. Nur in Produkte investieren, die man versteht.
    Die Finanzbranche bringt ständig neue Produkte auf den Markt, die immer komplexer werden. Rolling-Discount-Zertifikate, Inhaberschuldverschreibungen, Hedgefonds: Wer die genaue Funktionsweise eines Produktes nicht kennt, kann auch das Risiko nicht einschätzen. Manche Produkte sind genau daraufhin entwickelt, hinter komplizierten Konstruktionen Kosten und Risiko zu verbergen. Also entweder bei einem vertrauenswürdigen Berater so lange nachfragen, bis Funktionsweise, Risiko und Kosten klar sind, oder die Finger davon lassen.
  10. Erst lesen, dann unterschreiben.
    Ja, auch das Kleingedruckte! Kürzlich ist  mir ein Verkäufer begegnet, der auch nach der Vermittlung diverser Leasingverträge immer noch nicht wusste, das diese sich automatisch verlängern, wenn sie nicht rechtzeitig gekündigt werden. Aber dem Verkäufer kann es ja auch egal sein. Hauptsache sein Kunde hat den Vertrag gelesen! (Das ist ein ganz normaler Bestandteil eines typischen Leasingvertrages – nur wissen muss man es…). Mindestens die Bedingungen von Versicherungen, z.B. Berufsunfähigkeitsversicherungen und großen Kredit- und Kaufverträgen sollten wirklich nicht ungelesen unterschrieben werden, da genau in diesen Bedingungen die Unterschiede zwischen verschiedenen Anbietern und damit auch Preis- und Leistungsunterschiede zu finden sind.

Diese Liste ist in keiner Weise vollständig – über (werbefreie) Ergänzungen in den Kommentaren würde ich mich freuen.

Schuldenfrei mit dem Debt Snowball

Das Wort Schneeballsystem hat im Deutschen einen unangenehmen Beigeschmack, daher bleibe ich lieber bei dem Begriff „Debt Snowball“. Dieses System stellt eine Hilfe bei der Bewältigung von Schulden und Kreditraten dar und wurde vor allem durch den amerikanischen Autor und Radiomoderator Dave Ramsey bekannt gemacht, der in seiner Radioshow mit Anrufern über Finanzthemen spricht. Es gibt sogar einen Podcast zur Radiosendung – auf englisch natürlich.

Auch in bei uns verlieren mehr und mehr Leute den Überblick über ihre Schulden oder fragen sich, was der beste Weg aus den Schulden ist. 

Schritt eins ist auf jeden Fall, dafür zu sorgen, dass die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, einerseits durch Sparen und notfalls auch, indem die Einnahmen mit Hilfe eines Zweitjobs erhöht werden.

Der Debt Snowball ist dann eine Methode, die Schulden bzw. Kredite zu ordnen und nach einem bestimmten Schema abzuzahlen, um angesichts des zunächst unüberwindlich scheinenden Berges an Schulden möglichst schnell erste Erfolge zu sehen und bei der Stange zu bleiben. Das Vorgehen dabei ist:

  1. Kredite / Schulden aufsteigend nach der Höhe des noch abzuzahlenden Betrages sortieren, also den kleinsten Betrag zuerst.
  2. Feststellen, welche monatlichen Raten für die einzelnen Kredite fällig sind bzw. mindestens gezahlt werden sollen
  3. Festlegen, welcher Betrag monatlich zusätzlich für Sondertilgungen zur Verfügung steht.
  4. Für alle Kredite bis auf den mit dem geringsten Restbetrag werden die normalen Raten gezahlt.
  5. Für den niedrigsten Kreditbetrag wird neben der normalen Rate der für Sondertilgungen festgelegte Betrag gezahlt, bis dieser Kredit abbezahlt ist.
  6. Wenn der erste Kredit vollständig bezahlt ist, wird der Betrag, der für dessen Abzahlung bisher fällig war und das Geld für Sondertilgungen zusätzlich zum Abzahlen des nächst niedrigen Kredites verwendet. 
  7. So geht es weiter, bis alles bezahlt ist.

Die Idee dabei ist, dass die Raten für die größeren Schuldbeträge auf diese Art in dem Maße wachsen können, wie die kleineren Beträge abbezahlt sind. So sieht man schnell einen echten Fortschritt, was sehr motivierend ist. 

Ein Beispiel:

  • Autokredit Restbetrag 18.000 € – monatliche Rate 450 €
  • Dispo 1600 € – monatliche Rate kann selbst bestimmt werden
  • Ratenkauf Fernseher Restbetrag 200 € – monatliche Rate 100 € 
  • Konsumentenkredit 5.000 € – monatliche Rate 150 € 

Für die Schulden stehen monatlich 900 Euro zur Verfügung, also werden die Kredite wie folgt geordnet (da der erste Kredit ohnehin in zwei Monaten zu Ende ist, gehen dorthin keine Extrazahlungen mehr, um die Sache einfach zu halten):

  • Ratenkauf Fernseher Restbetrag 200 € – monatliche Rate 100 € 
  • Dispo 1600 € – anfänglich 200 € monatlich
  • Konsumentenkredit 5.000 € – monatliche Rate 150 €
  • Autokredit Restbetrag 18.000 € – monatliche Rate 450 € 

Nach zwei Monaten kann der Betrag für den Dispo auf 300 € erhöht werden, nach weiteren vier Monaten können diese 300 € monatlich zusätzlich für den Konsumentenkredit verwendet werden – und so weiter. Das Erfolgserlebnis dabei ist, dass in diesem Beispiel schon nach sechs Monaten zwei der Kredite komplett zurück gezahlt sind, und dann das Abzahlen der weiteren Schulden plötzlich sehr schnell geht.

Sparraten können wärend des Abzahlens der Kredite ausgesetzt werden, da meist die Rendite einer Geldanlage einige Prozente niedriger liegt als Kredit- oder Dispozinsen, die häufig über 10% betragen. Auf diese Art wird zusätzliches Geld zum schnellen Abzahlen der Kredite frei.

Apropos, wenn es rein nach den Zahlen ginge, müssten die Kredite nach Höhe der Zinsen geordnet werden, mit den höchsten Zinsen zuerst. Die Schwierigkeit ist aber, dass das nicht unbedingt der menschlichen Psychologie entspricht. Es ist viel motivierender, den ersten Kredit und dann immer weitere fertig bezahlt zu haben als abstrakt möglichst viel Zinsen zu sparen. Deswegen kümmert man sich zuerst um den niedrigsten Kredit.

Wenn dann alle Kredite abbezahlt sind, ist es Zeit, darüber nachzudenken, welches die nächsten Anschaffungen sein sollen – und für diesen Zweck zumindest einen Teil des bisher für die Raten verwendeten Geldes auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen – damit es gar nicht erst wieder zu neuen Schulden kommt. Immerhin bist Du in ja bereits daran gewöhnt, ohne dieses Geld auszukommen. Und vielleicht ist auch noch eine Flasche Champagner drin, um diesen Moment gebührend zu feiern.

Der beste Steuertipp

Der beste Steuertipp überhaupt ist es, die Einkommensteuererklärung jedes Jahr auszufüllen und abzugeben.

Jedes Jahr verschenken die Steuerzahler schätzungsweise 500 Millionen Euro an den Staat, nur weil sie auf die Abgabe der Steuererklärung verzichten. Dabei kann der durchschnittliche Privathaushalt allein durch Geltendmachung von normalen Werbungskosten und Pauschbeträgen mit einer Erstattung von 350 Euro rechnen. Wie lange musst Du für netto 350 Euro arbeiten? Da können sich zwei bis drei Stunden für die Steuererklärung durchaus lohnen, denke ich. Und das ganz ohne Spezialtricks. Der einzige Trick dabei ist, die Formulare auszufüllen und abzugeben!

Von all den unterschiedlichen Formularen sollte sich niemand abschrecken lassen – sie werden mit einer ausführlichen Ausfüllanleitung geliefert. Die Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2007 steht wie alle anderen Formulare auch als PDF zum Download bei der Bundesfinanzverwaltung zur Verfügung.

Die Finanzverwaltung schreibt:

Besteht keine Erklärungspflicht, kann sich ein Antrag auf Einkommensteuerveranlagung insbesondere lohnen,

  • wenn Sie nicht ununterbrochen in einem Dienstverhältnis gestanden haben;
  • wenn die Höhe Ihres Arbeitslohns im Laufe des Jahres geschwankt und Ihr Arbeitgeber keinen Lohnsteuer-Jahresausgleich durchgeführt hat;
  • wenn sich Ihre Steuerklasse oder die Zahl der Kinderfreibeträge im Laufe des Jahres zu Ihren Gunsten geändert hat und dies noch nicht bei einem Lohnsteuer-Jahresausgleich durch Ihren Arbeitgeber berücksichtigt worden ist;
  • wenn Ihnen Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen entstanden sind, für die kein Freibetrag auf Ihrer Lohnsteuerkarte eingetragen worden ist;
  • wenn Sie oder Ihr Ehegatte im Ausland wohnen, Ihre Einkünfte nahezu ausschließlich der deutschen Einkommensteuer unterliegen und Sie bisher keine familienbezogenen Steuervergünstigungen in Anspruch genommen haben.

Die Einkommensteuererklärung für 2007 muss bis zum 31.5.2008 abgegeben werden, wenn die Abgabe verpflichtend ist, bei Unterstützung durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist bis 31.12.2008.

Für die Abgabe gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Zum einen können die guten alten Formulare in Papierform ausgefüllt werden. Wie gesagt, die Finanzverwaltung stellt Ausfüllanleitungen zur Verfügung, und für alte „Handbuchleser“ wie mich reicht diese Art der Unterstützung vollkommen aus.

Dann natürlich per Steuersoftware auf dem eigenen Rechner, die es von unterschiedlichsten Herstellern gibt, beispielsweise die „Steuer-Spar-Erklärung“.

Oder direkt Online mit ausführlicher Beratungs- / Hilfefunktion, beispielsweise bei Lohnsteuer kompakt oder mit dem Steuer-Fuchs.

Wer sich nicht sicher ist, ob er alles richtig angegeben hat, sollte seine fertig ausgefüllten Formulare und alle Belege einpacken und persönlich zum zuständigen Finanzamt gehen. Die Beamten dort sind im allgemeinen sehr nett und vor allem zur kostenlosen Auskunft verpflichtet, auch wenn sie nicht im eigentlichen Sinn beraten.

Viele weitere Infos zum Thema finden sich bei Klicktipps.

Nebenjobs können auch Spaß machen

Wenn das Haupteinkommen nicht reicht, bleibt neben dem Sparen noch eine zweite Möglichkeit: Ein Nebenjob, der für zusätzliches Einkommen sorgt. 

Als ich vor Jahren mit 30.000 Mark Schulden aber nur einem kleinen Berufseinsteiger-Einkommen dastand, wusste ich sofort, dass ich aus der Lage nur heraus kommen würde, wenn ich mir einen zusätzlichen Job suchte. Ich habe dann die Kleinanzeigen in der Tageszeitung durchforstet, fand die Annonce eines Bistros, wo ich mich bewarb und sofort genommen wurde. Mehrere Jahre habe ich dort neben meinem Beruf gearbeitet, viele nette Kollegen und Gäste kennen gelernt – und eigentlich ein zweites Zuhause gefunden. Das Gefühl war ein bisschen wie: Super, dass ich für so viel Fun auch noch bezahlt werde. Am Ende war es eine der wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben, und ich habe unendlich viel dabei gelernt.

Hier habe ich mal für Euch eine Liste von Nebenjobs, die für mehr als nur zum Geld verdienen taugen und für die keine besondere Ausbildung notwendig ist:

  1. Kellnern – im richtigen Laden kann das wirklich Spaß machen – Voraussetzung: Du hast Freude daran, mit Menschen umzugehen und bist motorisch einigermaßen geschickt (Ein Tablett durch eine Menschenmenge zu balancieren ist nicht ganz leicht). Meist gibt es verschiedene „Schichten“ tagsüber und abends, die zwischen den Mitarbeitern aufgeteilt werden. Vorteil: Normalerweise gibt es Bargeld nach jeder Schicht, 7 bis 10 Euro pro Stunde plus Trinkgeld, das kann leicht nochmal genau so viel sein. Die Jobs bekommt man am ehesten durch Nachfragen in einem Laden, der einem gefällt und den man öfter besucht – dort wird man am leichtesten „hineinpassen“. Ich habe meinen Job allerdings damals per Anzeige gefunden.
  2. Promotion Jobs – wenn ich das schon als Student gewusst hätte, dass es solche Jobs gibt, hätte ich mein Studium leichter finanzieren können. Promotoren verteilen Werbegeschenke in Bars oder Fußgängerzonen, bieten im Supermarkt Produktproben an oder verkaufen Digitalkameras in Elektronikfachmärkten – es gibt Möglichkeiten eigentlich für jeden Geschmack. Voraussetzung ist auch hier Kontaktfreudigkeit und zusätzlich Redegewandtheit sowie Verkaufsgeschick und ein ansprechendes Äußeres. Wenn für den Job Spezialkenntnisse notwendig sind, findet normalerweise vorher eine Schulung statt. Vorteil: Wechselnde Einsatzorte, man kann eventuell in Unternehmen mal reinschnuppern und hat idealerweise mit seinen bevorzugten Produkten zu tun. Die Vermittlung läuft über Agenturen wie Promotionbasis oder Promoter-Portal. Dort registrierst Du Dich und bekommst dann (hoffentlich) Jobs angeboten. Für die Abrechnung ist meist eine Gewerbeanmeldung notwendig, weil Du der Agentur für den Einsatz eine Rechnung schreibst. Tagespauschalen liegen meist um 150 Euro.
  3. Ideal für Filmfans ist ein Job in der Videothek – Dort werden eigentlich immer Aushilfen gebraucht wegen der langen Öffnungszeiten. Vorteil: Da in Schichten gearbeitet wird, werden Mitarbeiter zu unterschiedlichen Arbeitszeiten benötigt, so dass es keine Abstimmungsprobleme mit dem Hauptjob geben sollte. Voraussetzung ist hier wieder, dass Du mit Menschen einigermaßen gut umgehen kannst, das Verleih- oder Kassensystem bekommst Du eh erklärt. Es gibt ca. 5 bis 7 Euro pro Stunde und die Möglichkeit, Filme kostenlos auszuleihen. Einfach auf Aushänge achten oder in deiner bevorzugten Videothek mal nachfragen.
  4. Aushilfe im Kino ist noch ein Job für Filmfans – Karten verkaufen, Einlasskontrolle, oder Popcorn und Getränke verkaufen, bei Gelegenheit einen Blick in den Kinosaal werfen und die ganze Zeit Filmluft schnuppern. Klingt gut, oder? Voraussetzungen ähnlich wie bei der Videothek. Die großen Betriebe schreiben Jobs im Internet aus, beispielsweise Cinemaxx. Alternativ beim nächsten Kinobesuch Ausschau mal nach Jobangeboten fragen.
  5. Babysitter ist ein toller Job für junge Leute, die Erfahrung und Freude am Umgang mit Kindern haben und ein gewisses Verantwortungsgefühl besitzen. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, kann alles Weitere in Babysitterkursen lernen, beispielsweise Wickeln, Verhalten bei Notfällen oder Vorschläge für Aktivitäten mit den Kindern. Bei keinem anderen Job kommt es so sehr auf die „richtige Chemie“ zwischen Jobber und Auftraggeber an, denn natürlich legen Eltern großen Wert auf Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit des Babysitters. Vorteil: Der Verdienst zwischen 5 und 8 Euro pro Stunde wird normalerweise sofort bar bezahlt.
  6. Wer sich selbst als Fachmann oder -Frau in einem bestimmten Thema betrachtet, für den kommt vielleicht die Tätigkeit als Dozent oder Trainer in Frage, zum Beispiel an der örtlichen Volkshochschule. Das Themenspektrum reicht von Sport über Kunsthandwerk bis zu PC-Kursen. Voraussetzung: Einfühlungsvermögen in andere Menschen, Fähigkeit gut zu erklären, eventuell Lehrerfahrung. Sicher kennst du ohnehin die privaten oder öffentlichen Bildungseinrichtungen, die Kurse zu deinem Spezialthema anbieten, in Frage kommt zudem neben der örtlichen VHS die IHK. Vorteil: Während der Beschäftigung mit eigenen Lieblingsthema auch noch Geld verdienen (an der VHS zum Beispiel ca. 15 bis 20 Euro pro Stunde, bei privaten Einrichtungen auch deutlich mehr). Nebenher lassen sich Kontakte zu anderen Fachleuten knüpfen und im Lebenslauf macht sich sowas auch nicht schlecht.
  7. Ein Job als Fahrradkurier wäre nichts für mich, immerhin sind 50 bis 200km Strecke am Tag (!) bei Wind und Wetter zurück zu legen, eigenes Fahrrad und entsprechende Fitness sind also Voraussetzung. Aber es soll ja Leute geben, die ihren Tag freudig auf dem Rad verbringen… Verdienst um die 100 Euro pro Schicht, normalerweise nur in Großstädten möglich.
  8. Mehr Spaß macht dagegen schon der Einsatz als Komparse oder Statist – echte Filmluft schnuppern bei TV- und Filmdrehs, sogar den ein oder anderen Star aus der Nähe sehen, das geht mit diesem Nebenjob. Voraussetzung: Eigentlich keine speziellen, erst recht keine Schaupielausbildung. Es werden immer wieder Leute jeden Alters gesucht. Der Verdienst ist mit 50 bis 70 Euro pro Tag nicht besonders hoch, dafür macht die Sache Spaß. Allerdings solte sich niemand Hoffnung machen, dabei entdeckt zu werden. Viele Angebote und Adressen von Agenturen nach Städten sortiert finden sich bei Komparse.de, noch mehr aktuelle Angebote auch bei Easycast.

Wer dringend Geld braucht und daher auf Jobsuche ist, ist aber auch beliebtes Ziel von Geschäftemachern und Abzockern, also Achtung, Hirn einschalten: Angebote, bei denen vor Zusendung irgendwelcher Unterlagen eine „Schutzgebühr“ fällig ist oder der Anruf einer teuren 0190 bzw. 0900 Telefonnummer, sind unseriös. Genau wie die Versprechen, „1000 Euro nebenher von zuhause aus“ zu machen. Bei Anzeigen, in denen nur eine Telefonnummer, aber kein Firmenname oder Produkt genannt ist, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Aus welchem Grund sollte es ein seriöses Unternehmen nötig haben, seinen Namen zu verschweigen? Wir sprechen ja hier nicht von Angeboten für Führungskräfte, bei denen eine gewisse Diskretion durchaus geboten wäre…

Auch die so genannten Direkt- oder Strukturvertriebe bieten selten eine seriöse Perspektive: Meist ist es notwendig, eine Erstausstattung des Produktsortiments zu erwerben, das man verkaufen soll. Wer darauf sitzen bleibt, hat dann Pech gehabt. 

Viele weitere Tipps zum Thema Nebenjob gibt es bei Nebenjob.de

Finanzkrise und Anlagestrategie

Der Dax hat seit Januar mehr als 20 Prozent an Wert verloren, eine renommierte Investmentbank wie Bear Stearns ist nur durch eine Übernahme zu retten, alle paar Wochen versucht die Fed der Lage in den USA durch eine Zinssenkung Herr zu werden, die Aufzählung könnte noch weiter gehen.

Da frage ich mich als Kleinanleger, was die beste Strategie für die nächsten Monate ist, das eigene Vermögen zu sichern. Raus aus den Aktien? Oder wie jetzt?

Aktien verkaufen oder Krise aussitzen?

Da generell gilt, dass Aktienanlagen langfristige Anlagen sein sollten, sollten Anleger, die derzeit in Aktien investiert sind, mit 2 bis 3 Jahren rechnen, bevor das Investment sich wieder rentiert. Ein ausgewogen strukturiertes Anlageportfolio mit Aktien, Anleihen, Fonds muss nicht unbedingt verändert werden. Renditeberechnungen bei Anlagen basieren immer auf einer Mischkalkulation: ein Teil macht sensationelle Rendite, ein Teil macht Verlust, der Rest ist irgendwo mittendrin. Wer dagegen sein Geld so lange nicht entbehren kann, steigt besser jetzt aus.

Jetzt einsteigen bei den günstigen Kursen?

Es lässt sich derzeit schwer sagen, ob der Boden schon erreicht ist, oder ob noch mit weiteren Kursverlusten zu rechnen ist. Die Märkte sind unruhig, mal 2% runter an einem Tag, mal 1,5% rauf am nächsten. Die Experten der Banken schwanken zwischen der Empfehlung, für mittel- bis langfristige Engagements jetzt einzusteigen oder noch bis nach dem Sommer abzuwarten. Wer risikobewusst ist und einsteigen möchte, sollte das auf jeden Fall in mehreren über das Jahr verteilten Beträgen schrittweise tun.

Fondssparplan stoppen?

Frank Bock, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Investment-Gesellschaften, empfiehlt langfristig orientierten Fondssparern derzeit, ihre Sparpläne weiterzuführen. Der Grund dafür ist der so genannte Cost-Average Effekt: „Wenn Anleger monatlich feste Beträge in Investmentfonds anlegen, bekommen sie in Zeiten sinkender Kurse mehr Anteile für ihre feste Rate.“ Damit vergünstigt sich bei fallenden Kursen automatisch der Einstiegskurs, wenn weiter gekauft wird. Wer gerade jetzt mit dem Sparen aufhört, bringt sich selbst genau um diesen Effekt. Zwischenzeitliche Kursverluste sind bei Fondssparplänen kein Problem. Wichtiger ist es, wie die Kurse zum Ende der Laufzeit stehen. Bei niedrigen Kursen lohnt es dann meist, die Laufzeit zu verlängern, bis die Kurse besser stehen, weil das die Gesamtrendite deutlich verbessern kann.

Was ist mit Riester Fondssparplänen?

Für Riester Fondssparpläne gilt im Prinzip das gleiche wie zuvor gesagt, mit einer Ergänzung: Die Riester Verträge enthalten normalerweise eine Kapitalgarantie. Das bedeutet, dass zum Ende der Laufzeit immer 100% der Einzahlungen und Zulagen ausgezahlt werden müssen. Dies gilt allerdings nicht bei vorzeitiger Kündigung. Ein Grund mehr, Riester-Verträge auf jeden Fall laufen zu lassen.

Und was gibt es für krisenfeste Anlageformen?

Rendite und Risiko verhalten sich typischerweise umgekehrt proportional. Demnach sind jetzt genau die renditeärmeren Produkte gefragt, beispielsweise Festgeld oder Tagesgeld: Die Zinsen für diese Anlagen stehen im Voraus fest und können jeweils erst zum Ende eines vereinbarten Anlagezeitraums angepasst werden. Aktuell sind derzeit bis zu 5% zu holen. Wichtig ist jedoch, dass die Bank, bei der man sein Geld anlegt, dem Einlagensicherungsfonds des deutschen Bankgewerbes angehört – dann ist das angelegte Geld auch bei einer Pleite der Bank geschützt.
Für die Sicherheit von Bundesschatzbriefen und anderen Bundeswertpapieren garantiert der deutsche Staat, aber diese Sicherheit wird mit entsprechend niedrigen Renditen von derzeit 3% bis 3,5% erkauft.
Eine weitere Alternative sind Anleihen von Banken oder Unternehmen.

Wie sicher sind Rentenfonds?

Rentenfonds investieren in verschiedene der oben genannten festverzinslichen Anlageformen und diversifizieren damit das Risiko, allerdings berechnen Fondsgesellschaften auch Verwaltungsgebühren. Der Verlust des eingesetzten Kapitals ist bei Rentenfonds sehr unwahrscheinlich, solange der Fonds auf Qualitätsanleihen mit guten Ratings setzt. In Zeiten sinkender Zinsen – wie jetzt gerade – profitieren Rentenfonds, denn sinkende Zinsen bedeuten steigende Kurse für Anleihen, die bereits am Markt sind, weil sie für Anleger attraktiver werden als neue, niedriger verzinste Papiere. Damit sind Rentenfonds eine gute Möglichkeit, das Anlageportfolio zu diversifizieren.

Sind Kapitallebensversicherungen sicher?

Die Kapitallebensversicherung gilt als der Inbegriff von Sicherheit, stellt aber leider keine wirklich gute Kapitalanlageform dar. Die Rendite beruht zum großen Teil auf der Überschussbeteiligung des Versicherers, deren Höhe jedes Jahr neu aufgrund der erzielten Renditen aus dem Anlagegeschick der Versicherungsgesellschaft bestimmt wird. Die beim Abschluss genannten Ablaufbeträge sind im Normalfall reine Schätzungen – die zumindest bei meinen Verträgen Jahr für Jahr nach unten korrigiert wurden. Denn die durchschnittliche Gesamtverzinsung ist in den letzten Jahren von 7% auf um die 4% gesunken, der Garantiezins liegt inzwischen sogar meist unter 3%. Nach den jüngsten Zinssenkungen in den USA muss damit gerechnet werden, dass die Lebensversicherer noch geringere Renditen einfahren – die dann entsprechend auf die Verträge durchschlagen. Ein gesetzlicher Sicherungsfonds sorgt allerdings dafür, dass selbst bei der Pleite einer Lebensversicherungsgesellschaft die Leistungen aus dem Vertrag gesichert sind.

Mit Garantiezertifikaten auf der sicheren Seite?

Im Prinzip können Anleger mit Garantiezertifikaten an der positiven Entwicklung auf dem Aktienmarkt teilnehmen ohne das Risiko eines Kapitalverlusts einzugehen. Das klingt, als bekomme man da das beste aus beiden Welten. In der Praxis jedoch wird die Risikominimierung mit einer Renditeminimierung bezahlt. FINANZtest hat kürzlich einige Garantiezertifikate getestet – mit ernüchterndem Ergebnis: „Nur ein Produkt bietet Anlegern faire Gewinnchancen.“

Jetzt noch in Gold einsteigen?

Gold gilt als die Krisenwährung schlechthin. Daher hat sich im vergangenen halben Jahr das Interesse der Anleger darauf konzentriert, der Goldpreis ist um über 50 Prozent gestiegen und hat inzwischen die 1000 Dollar Marke überschritten. Denn Gold ist ein solider Sachwert und damit inflationssicher. Vermögensberater empfehlen, etwa 10 Prozent des Vermögens in Gold zu investieren, als sicherheitsorientierte Beimischung zum Portfolio. Hohe Renditen sind aufgrund des bereits sehr hohen Niveaus dagegen jetzt nicht mehr zu erwarten, eher muss mit einem leichten Sinken des Preises gerechnet werden. Eventuell sind andere Rohstoffe vorzuziehen, am besten in Form von ausgewogenen Rohstoff-Indexfonds, den hier sorgt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage weiterhin für steigende Preise, und die Inflation wirkt sich sogar positiv auf die Rendite aus.

Und Betongold, sprich Immobilien?

Aufgrund der niedrigen Zinsen kann sich die Investition in Immobilien durchaus lohnen. Es ist eher nicht zu erwarten, dass die Immobilienkrise in den USA auf den deutschen Markt durchschlägt, da in Deutschland der Immobilienmarkt wesentlich weniger spekulativ ist und Kredite deutlich strikter vergeben wurden und werden als in den USA. Die Immobilie zur Selbstnutzung wird damit voraussichtlich wertstabil bleiben. Für Immobilien als reine Geldanlage gilt dagegen noch mehr als immer schon die Binsenweisheit von den drei wichtigsten Kriterien beim Immobilienkauf: Lage, Lage, und Lage. Interessant mit potentieller Wertsteigerung sind höchstens Immobilien in guter Lage in Ballungsräumen. In wirtschaftsschwachen oder ländlichen Regionen ist damit kein Geschäft zu machen.

Wie setzt man Verluste von der Steuer ab?

Spekulationsverluste können mit Spekulationsgewinnen verrechnet werden – aber nicht mit Zinsgewinnen oder anderen Einkommensarten. Das Finanzamt betrachtet zudem Kursverluste nur dann als verrechenbare Spekulationsverluste, wenn diese innerhalb der „Spekulationsfrist“ von 12 Monaten nach dem Kauf durch Verkauf auch wirklich realisiert wurden. Die Daten sind in der Anlage SO der Einkommensteuererklärung anzugeben, wenn sie nicht direkt bei der Bank verrechnet wurden, sofern sie in einem einzelnen Depot angefallen sind.

Fazit

Auch in der Krise gibt es viele Optionen, und nach wie vor ist eine Strategie am wichtigsten: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“, also diversifizieren. Langfristig fährt derjenige am besten, der ein ausgewogenes Portfolio besitzt mit einer Mischung aus sicheren, aber niedrig verzinsten Anlagen, deutschen, internationalen und Schwellenländer-Fonds, Rohstoffen und Immobilien. Wessen Vermögen für diese Art der Diversifikation (noch) nicht ausreicht, der sollte nach dem Aufbau einer Liquiditätsreserve zunächst mit möglichst breit investierenden Aktienfonds einsteigen. Aktien-Einzeltitel sind für den Beginn des Vermögensaufbaus denkbar ungeeignet, selbst wen es sich um vermeintlich „todsichere Tipps“ handelt – denn das Risiko, alles auf ein einzelnes Unternehmen zu setzen, ist ungleich höher, als sein Geld auf mehrere Unternehmen oder eine ganze Region zu setzen, indem man Aktienfonds kauft.

3 Gründe, warum Barzahlung gut für die Kaufkraft ist

Kreditkarten haben sich nach der weltweit ersten „Diners Club“ Kreditkarte 1949 seit Jahren als Standard-Zahlungsmittel etabliert. Nahezu jeder besitzt eine, meistens mehrere Kreditkarten. Die Kartenzahlung ist bequem und die Beträge werden erst einen Monat nach Zahlung abgebucht. Wo ist also das Problem?

Bargeld ist mehr wert als Plastikgeld

Da ist zum einen der so genannte „Disagio“, eine Gebühr von 3% bis 5% jeder Kartenzahlung, die der Verkäufer an die Kreditkartengesellschaft abführt. Selbstverständlich ist diese Gebühr nach den Gesetzen der marktwirtschaftlichen Preisfindung im Verkaufspreis enthalten. Dadurch werden im Prinzip alle unsere Einkäufe teurer, und zwar egal ob wir im Einzelfall per Karte bezahlen oder nicht. Umgekehrt gesehen lässt sich bei Barzahlung größerer Beträge relativ leicht ein Rabatt heraus handeln.

Der Begriff „Kaufkraft“ bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre diejenige Gütermenge, die mit einer Geldeinheit gekauft werden kann. Demnach besitzt Bargeld also einen höheren „Wert“ als Plastikgeld und sorgt damit eben für höhere Kaufkraft.

Kartenzahler geben mehr Geld aus

Es ist zudem erwiesen, dass Kunden, die mit Kreditkarte zahlen, mehr Geld ausgeben als bei anderer Zahlungsweise. Beispielsweise wirbt ein Kreditkartenunternehmen so für Akzeptanz im Handel:

Im Allgemeinen geben Kreditkarteninhaber bei Einzelhändlern mehr als mit jedem anderen Zahlungsverfahren aus. Die verzögerte Abbuchung ermöglicht deutlich größere Flexibilität bei der persönlichen Ausgabenplanung und schafft zusätzliche Kaufkraft. Die Zahl der Spontankäufe, die Verbraucher mit Bargeld oder Schecks nicht oder seltener machen können, ist bei Kartennutzern entsprechend höher.

Richtig in dieser Aussage ist sicher, dass die Zahl der Spontankäufe durch den Einsatz von Kreditkarten steigt. Fraglich ist allerdings, ob ein Spontankauf – am Ende ohne ausreichende finanzielle Reserven – den eigentlichen Zielen des Käufers dient. Denn das „spontan“ ausgegebene Geld steht schließlich nicht mehr für die geplanten, vielleicht wichtigeren Ausgaben zur Verfügung.

Oft genug verleitet das Plastikgeld in der Tasche sogar dazu, mehr Geld auszugeben, als man besitzt, denn das Zücken der Kreditkarte wird gar nicht so recht als Geldausgeben wahrgenommen. (Ich selbst schaue beim Unterschreiben des Kreditkartenbelegs meist noch nichtmal auf die Summe, weil es gefühlsmäßig so wenig mit echtem Geld zu tun hat.) Dann rutscht entweder das Konto in die roten Zahlen, oder Betrag wird in Raten an die Kreditkartenfirma zurückbezahlt. In beiden Fällen sind happige Zinsen – eigentlich immer über 10%, meist sogar deutlich mehr – fällig.

Hier die Definition von Kaufkraft aus der Wikipedia:

Als Kaufkraft der Verbraucherhaushalte bezeichnet man das in privaten Haushalten für Konsumzwecke verfügbare Einkommen, also denjenigen Betrag, der pro Haushalt vom Einkommen verbleibt, nachdem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen (z. B. Wohnungsmieten, Kreditraten, Versicherungsprämien) bedient wurden.

Die Zinsen zusammen mit den Rückzahlungsraten verringern also die Kaufkraft des Konsumenten, anstatt wie im ersten Zitat behauptet, sie zu erhöhen.

Zinsen bekommen statt bezahlen

Wer vor einer Anschaffung den entsprechenden Betrag beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto anspart, erhält zusätzlich noch Zinsen während der Ansparphase und vermehrt damit sein verfügbares Einkommen, ergo seine Kaufkraft. Ist es nicht viel attraktiver, Raten an sich selbst zu zahlen und dafür Zinsen zu erhalten, anstatt Raten plus Zinsen an die Bank zu zahlen?