10 Ideen für ein kostenloses Wochenende

In der Woche bin ich immer ganz gut darin, mein Geld zusammen zu halten, aber an Wochenenden ist die Versuchung, ein bisschen extra auszugeben besonders groß: Essen gehen, Shopping, ein Cappuccino samstags in der Stadt, you name it.

Da wäre es doch ein schöner Sport, einmal im Monat ein Wochenende zu verbringen ohne Geld auszugeben und die 50-100 Euro auf mein Tagesgeldkonto für den nächsten Urlaub zu überweisen. Aber was tut man die ganze Zeit, wenn die Regel ist, wirklich überhaupt kein Geld auszugeben? Früher war mein Spruch „Spaß kostet“ – Aber gibt es vielleicht auch Aktivitäten, die nichts kosten und trotzdem Spaß machen?

Hier meine 10 Ideen für ein Wochenende ohne Geld:

  1. Eine Fahrradtour unternehmen. Wer ein Fahrrad besitzt, hat schon alles, was für einen tollen Nachmittag notwendig ist. Anregungen für Wege finden sich unter fahrradtouren.de oder fahrradreisen.de. Damit es wirklich kostenlos bleibt, muss das Picknick für unterwegs natürlich aus vorhandenen Vorräten bestritten werden.
  2. Neue Musik entdecken. Bei Last.fm gibt man einen Künstler ein, dessen Musik man mag und bekommt prompt eine große (und häufig überraschend gelungene) Auswahl von Künstlern angezeigt, die einem ebenfalls gefallen könnten. Da kann man halbe Tage verbringen und Musik hören.
  3. Den Kleiderschrank aufräumen. Klingt nicht nach Spaß? Ich habe beim letzten Aufräumen nicht nur ein paar wirklich schöne Sachen wieder entdeckt – fühlt sich fast an wie neu gekauft – sondern ich habe plötzlich auch wieder richtig Platz im Schrank. Und je nachdem, lässt sich vielleicht mit den aussortierten Stücken in einem Secondhand-Shop noch etwas Geld machen? Der Rest kommt in die Altkleidersammlung. Danach fühle ich mich immer befreit. Keller aufräumen geht auch, das gibt extra Punkte 🙂
  4. Was neues lernen. Es gibt eine Menge Anbieter von kostenlosen Kursen im Internet, zu allen nur denkbaren Themen. Die Internet-Akademie TEIA bietet kostenlose Kurse zu PC-Wissen, Wirtschafts- und Management-Themen an. Das renommierte MIT (Massachusetts Institute of Technology) bietet fast alle aktuellen Vorlesungen aus allen Fachbereichen als so genannte Open Courseware an – von Anthropologie über Linguistik und Literatur bis Wirtschaftswissenschaften. Viele Vorlesungen gibt es sogar als Audio- oder Videodateien zum Download. (Alle in englisch, natürlich). Eine große Datenbank für deutschsprachige Angebote gibt es bei e-learning-suche.de.
  5. Ein Buch lesen. Bei mir zuhause gibt es immer Bücher, die ich gekauft, aber noch nicht gelesen habe. Ein Abend auf dem Sofa mit einem Glas Wein und einem Buch ist was wunderbares. Wer kein Buch mehr rumliegen hat, kann zusätzlich noch einen Vormittag in der Stadtbücherei verbringen und stöbern.
  6. Medientausch mit einem Freund. Eine tolle Gelegenheit, zu ein paar neuen DVDs oder CDs zu kommen ist es, ein Freund einzuladen, der oder die ein paar DVDs, Bücher, Spiele oder was auch immer mitbringt, von denen er denkt, sie würden mir gefallen. Im Tausch greift er oder sie in meine Regale. Lässt sich natürlich alle später wieder zurück tauschen.
  7. Den nächsten Urlaub planen. Vorfreude ist immer wieder die schönste Freude. Wohin soll es gehen? Was soll besichtigt werden? Wo entlang soll die Tour gehen? Bei der Gelegenheit kann man gleich noch raussuchen, ob es günstige Angebote oder Rabatte für die gewünschten Attraktionen gibt.
  8. Geschenke vorbereiten. Wie wäre es, endlich mal rechtzeitig ein Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk zu haben, und nicht erst zwei Tage vorher durch die Stadt zu hetzen auf der verzweifelten Suche? Als erstes mache ich eine Liste der nächsten Geburtstage (oder der zu Weihnachten zu Beschenkenden) und dann überlege ich, was denjenigen gefallen könnte. Selbst gemachte Geschenke sind natürlich viel persönlicher als gekaufte. Hier ein paar Seiten mit Anregungen: Geschenkideen, Brigitte selbermachen oder Kosmetik selbermachen. Ich verschenke gerne schön gestaltete Fotoalben, und ich mag diese kleinen Zen-Gärten, sehr einfach selbst zu machen aus einem alten Bilderrahmen, etwas Sand und einigen kleinen Kieseln.
  9. Tagebuch schreiben. Ich meine nicht notwendigerweise ein Online-Tagebuch 🙂 Tagebuchschreiben hilft, sich über die eigenen Gedanken und Gefühle klar zu werden. Mehrere Studien haben gezeigt, dass das Schreiben von Tagebüchern einen heilenden Effekt haben kann, besonders bei der Verarbeitung negativer Erfahrungen, da man eine neue Perspektive zu den Ereignissen einnimmt. Und natürlich macht es einfach Spaß, später nachzulesen, was damals so los war, was ich gedacht und gefühlt habe.
  10. Sport machen. Sport muss nicht nur im Fitness Studio stattfinden. Für die meisten Workouts braucht man kein Equipment. Wie wär’s mal mit Situps? Laufen? Schwimmen?Bei fitness.com gibt es bebilderte Übungen für jeden Geschmack. Läufer finden Infos und Trainingspläne bei Runnersworld.de. Oder mal einen neuen Badesee ausprobieren.
  11. Bonustipp: Einen Spartipp ausprobieren. Dann würde das kostenlose Wochenende nicht nur nichts kosten, sondern sogar was bringen.

Weitere Vorschläge gerne in den Kommentaren. Und ein schönes Wochenende!

Eine Frage der Priorität

Keine Zeit, sich um die Verwirklichung der eigenen Ziele zu kümmern? Einfach zu wenig Geld, um davon auch noch etwas zu sparen? Das mit der Diät hat schon wieder nicht geklappt, weil etwas dazwischen kam?

Wer mich kennt, kennt auch meinen Lieblingsspruch dazu. „Alles eine Frage der Priorität.“ Und das meine ich nicht böse oder ironisch, sondern ich bin fest davon überzeugt, dass es sich genau so verhält im Leben. Wir haben fast immer die Wahl: Wie viele Leute, die „keine Zeit“ für irgendetwas haben, „entspannen“ sich regelmäßig vor dem Fernseher? Und wie viele Leute haben zwar „kein Geld“, aber einen neuen Flachbildfernseher?

Ich glaube, dass wir im Leben immer wieder vor der Wahl stehen, und dass was wir tun, nicht was wir sagen, zeigt, wo unsere Prioritäten liegen. Am Ende bestimmt jede einzelne dieser Entscheidungen unser Schicksal. Wer permanent mehr Geld ausgibt als er einnimmt, sucht sich die Pleite selbst aus. Da liegt aber auch die Chance: Genauso kann ich mir aussuchen, nicht pleite sein zu wollen und danach handeln. Alles andere sind Ausreden.

Die Dinge, für die ich mein Geld ausgebe oder mit denen ich meine Zeit verbringe sind offenbar die, die mir wirklich wichtig sind. Passen die zu meiner persönlichen Liste von Zielen und Werten? Wenn nicht, bin ich vermutlich in Schwierigkeiten…

Eine einfache Hilfe zur Priorisierung von Zielen bietet auch der Prioritizer, in dem man seine Ziele als Liste eingibt und dann jeweils zwischen zwei Optionen entscheidet, was einem wichtiger ist. Das Ergebnis ist eine gewichtete Liste der eigenen Eingaben. (Das Interface ist zwar englischsprachig, aber die Eingaben dürfen auch deutsch schein).

Aber mein Einkommen ist zu niedrig? – Wo liegt meine Priorität? Ein stressfreier Job mit viel Freizeit und geringem Verdienst? Dann muss ich eben meine Ausgaben einschränken. Oder ist meine Priorität, mir all die hübschen Extras leisten zu können? Dann muss ich mich hinsetzen und überlegen, woher das zusätzliche Geld kommen soll (Vielleicht aus einem Nebenjob?). Beide Optionen sind legitim, ich muss nur erwachsen genug sein, zu sehen, dass ich nicht beides auf einmal haben kann, sondern mich bewusst für eines entscheiden.

Aber ich bin… alleinerziehend, arbeitslos, etc., deswegen kann ich einfach nichts an der Situation ändern? – Wenn ich nichts ändern kann, wer dann? Der Staat wohl kaum. Die Tatsache, dass eine Situation schwierig ist, heißt nicht, dass es nicht doch noch ein paar kleine Stellschrauben gibt, an denen ich drehen kann.

Jeder hat seine eigene Ausrede, ich auch. Aber jeder hat auch die Wahl.

Wie man seine Ziele erreicht

Gestern habe ich mir endlich die Zeit genommen, und die „Last Lecture“ des im Juli an Krebs gestorbenen amerikanischen Wissenschaftlers Randy Pausch angesehen. Dieser Vortrag mit dem Titel „Really Achieving Your Childhood Dreams“ ist sein Vermächtnis an seine Kinder, er spricht darin über seine eigenen Träume und ihre Verwirklichung.

Es gibt auch eine deutsch untertitelte Version bei Google Video

Dabei war er „nicht so deprimiert, wie er sein sollte“ darüber, dass er nur noch wenige Monate zu leben hatte. Stattdessen konzentriert er sich darauf, das beste aus der verbleibenden Zeit zu machen: „I’ll keep having fun every day I have left“. Was seinen Vortrag insbesondere so inspirierend statt rührselig macht, ist dass er von der Verwirklichung der meisten seiner Träume in der ein oder anderen Form berichten kann. Das macht für mich ein erfülltes Leben aus: Seine Ziele zu kennen und an der Erreichung zu arbeiten. Der Rest kommt von selbst.

Also, fangen wir doch gleich mal an, her mit dem Notizblock:

  • Was wolltest Du mal werden, als Du noch klein warst? Mit anderen Worten: Hast Du Deinen Traumberuf? Oder war eher der Zufall oder die Umstände schuld? Es ist nie zu spät, hier etwas zu ändern.
  • Was wolltest Du immer schon mal tun, und bist noch nicht dazu gekommen? Einen Baum pflanzen? Die Welt umsegeln? Es wird höchste Zeit, konkret festzuhalten, wann und wie dieser Traum verwirklicht werden soll!
  • Worauf in Deinem Leben bist Du richtig stolz? Ein wirklich gelungenes Foto in der Dunkelkammer selbst vergrößert? Glückliche Kinder? Der Applaus von 500 Leuten nach einem tollen Vortrag? Der Siegtreffer beim Fußball? Jeder von uns hat schonmal das Gefühl erlebt, wenn alles einfach rund läuft. Gleichzeitig ist es ein Fingerzeig, in welche Richtung wir uns orientieren sollten.
  • Wenn Du nur noch ein Jahr zu leben hättest, wie würdest Du diese Zeit verbringen? Das hat selten mit Geld zu tun, oder? Warum nehmen wir uns nicht die Zeit, jetzt so zu leben, wie wir wollen? „Später“ könnte es zu spät sein.
  • Wenn Du nicht für Dein Geld arbeiten müsstest, wie würdest Du Deine Zeit verbringen? Wovor haben wir Angst?
  • Welche Werte sind Dir wichtig? Das sollte nach der Beantwortung der obigen Fragen einfach sein: Familie? Beruf? Abenteuer? Freiheit? Anerkennung? Gesundheit? Bildung? Mach eine Liste von den fünf Dingen, auf die es für Dich wirklich ankommt.

Die Antworten auf diese Fragen halte ich schriftlich fest, und ich bekomme ein ganz gutes Bild über mich selbst und die Dinge, die mir im Leben wichtig sind. Bei jeder größeren Entscheidung im Leben kann ich mich fragen, inwiefern ich meinen Zielen näher komme. Und natürlich macht mich das bereit, die „glücklichen Zufälle“ zu erkennen und zu nutzen, die einem so im Leben begegnen. Denn „Glück“ ist das Zusammentreffen von guter Vorbereitung und der passenden Gelegenheit.

Ich sehe ein, dass man das Beantworten dieser Fragen auch deprimierend finden kann – wenn man sich weit entfernt hat von den eigenen Wünschen und Zielen, und wenn sie unerreichbar scheinen, weil so viel anderes im Weg rumsteht. Dabei sind Hindernisse nur dazu da, zu beweisen, wie sehr ich etwas wirklich will. Und wenn ich weiß, was mir wichtig ist, kenne ich die Richtung, in die ich gehen kann, Schritt für Schritt.

Das können auch sehr kleine Schritte sein. Die Liste mit den 5 Werten gibt einen ersten Anhaltspunkt. Zu jedem der grundlegenden Werte überlege ich mir ein langfristiges Ziel (in 25 Jahren) und ein kurzfristiges Ziel (nächstes Jahr). Beispielsweise habe ich zu meinem Wert „Kreativität“ das langfristige Ziel, einmal ein Fotobuch bei einem angesehenen Verlag zu veröffentlichen. Kurzfristig möchte ich ein Fotoprojekt von A-Z planen und durchziehen. Als nächstes mache ich einen Plan, wie ich das erreichen möchte: Für das kurzfristige Ziel überlege ich, was ich in den nächsten 3 Tagen (Kamerasensor reinigen), nächste Woche (Projektidee entwickeln), jede Woche (1 Stunde am Projekt arbeiten), nächsten Monat (Projektidee prüfen und anpassen) und jeden Monat (Bildauswahl zusammenstellen und im Internet veröffentlichen) tun will. Für das langfristige Ziel vergleichbar: nächste Woche, nächsten Monat, jeden Monat, nächstes Jahr und jedes Jahr.

Das Aufdröseln in solche kleinen Schritte macht mein Ziel viel greifbarer, auf einmal sehe ich viel deutlicher vor mir, was ich tun kann und wie. Ich empfinde es als sehr befriedigendes Gefühl, an etwas zu arbeiten, das mir wirklich etwas bedeutet.