Schuldenfrei mit dem Debt Snowball

Das Wort Schneeballsystem hat im Deutschen einen unangenehmen Beigeschmack, daher bleibe ich lieber bei dem Begriff „Debt Snowball“. Dieses System stellt eine Hilfe bei der Bewältigung von Schulden und Kreditraten dar und wurde vor allem durch den amerikanischen Autor und Radiomoderator Dave Ramsey bekannt gemacht, der in seiner Radioshow mit Anrufern über Finanzthemen spricht. Es gibt sogar einen Podcast zur Radiosendung – auf englisch natürlich.

Auch in bei uns verlieren mehr und mehr Leute den Überblick über ihre Schulden oder fragen sich, was der beste Weg aus den Schulden ist. 

Schritt eins ist auf jeden Fall, dafür zu sorgen, dass die Einnahmen die Ausgaben übersteigen, einerseits durch Sparen und notfalls auch, indem die Einnahmen mit Hilfe eines Zweitjobs erhöht werden.

Der Debt Snowball ist dann eine Methode, die Schulden bzw. Kredite zu ordnen und nach einem bestimmten Schema abzuzahlen, um angesichts des zunächst unüberwindlich scheinenden Berges an Schulden möglichst schnell erste Erfolge zu sehen und bei der Stange zu bleiben. Das Vorgehen dabei ist:

  1. Kredite / Schulden aufsteigend nach der Höhe des noch abzuzahlenden Betrages sortieren, also den kleinsten Betrag zuerst.
  2. Feststellen, welche monatlichen Raten für die einzelnen Kredite fällig sind bzw. mindestens gezahlt werden sollen
  3. Festlegen, welcher Betrag monatlich zusätzlich für Sondertilgungen zur Verfügung steht.
  4. Für alle Kredite bis auf den mit dem geringsten Restbetrag werden die normalen Raten gezahlt.
  5. Für den niedrigsten Kreditbetrag wird neben der normalen Rate der für Sondertilgungen festgelegte Betrag gezahlt, bis dieser Kredit abbezahlt ist.
  6. Wenn der erste Kredit vollständig bezahlt ist, wird der Betrag, der für dessen Abzahlung bisher fällig war und das Geld für Sondertilgungen zusätzlich zum Abzahlen des nächst niedrigen Kredites verwendet. 
  7. So geht es weiter, bis alles bezahlt ist.

Die Idee dabei ist, dass die Raten für die größeren Schuldbeträge auf diese Art in dem Maße wachsen können, wie die kleineren Beträge abbezahlt sind. So sieht man schnell einen echten Fortschritt, was sehr motivierend ist. 

Ein Beispiel:

  • Autokredit Restbetrag 18.000 € – monatliche Rate 450 €
  • Dispo 1600 € – monatliche Rate kann selbst bestimmt werden
  • Ratenkauf Fernseher Restbetrag 200 € – monatliche Rate 100 € 
  • Konsumentenkredit 5.000 € – monatliche Rate 150 € 

Für die Schulden stehen monatlich 900 Euro zur Verfügung, also werden die Kredite wie folgt geordnet (da der erste Kredit ohnehin in zwei Monaten zu Ende ist, gehen dorthin keine Extrazahlungen mehr, um die Sache einfach zu halten):

  • Ratenkauf Fernseher Restbetrag 200 € – monatliche Rate 100 € 
  • Dispo 1600 € – anfänglich 200 € monatlich
  • Konsumentenkredit 5.000 € – monatliche Rate 150 €
  • Autokredit Restbetrag 18.000 € – monatliche Rate 450 € 

Nach zwei Monaten kann der Betrag für den Dispo auf 300 € erhöht werden, nach weiteren vier Monaten können diese 300 € monatlich zusätzlich für den Konsumentenkredit verwendet werden – und so weiter. Das Erfolgserlebnis dabei ist, dass in diesem Beispiel schon nach sechs Monaten zwei der Kredite komplett zurück gezahlt sind, und dann das Abzahlen der weiteren Schulden plötzlich sehr schnell geht.

Sparraten können wärend des Abzahlens der Kredite ausgesetzt werden, da meist die Rendite einer Geldanlage einige Prozente niedriger liegt als Kredit- oder Dispozinsen, die häufig über 10% betragen. Auf diese Art wird zusätzliches Geld zum schnellen Abzahlen der Kredite frei.

Apropos, wenn es rein nach den Zahlen ginge, müssten die Kredite nach Höhe der Zinsen geordnet werden, mit den höchsten Zinsen zuerst. Die Schwierigkeit ist aber, dass das nicht unbedingt der menschlichen Psychologie entspricht. Es ist viel motivierender, den ersten Kredit und dann immer weitere fertig bezahlt zu haben als abstrakt möglichst viel Zinsen zu sparen. Deswegen kümmert man sich zuerst um den niedrigsten Kredit.

Wenn dann alle Kredite abbezahlt sind, ist es Zeit, darüber nachzudenken, welches die nächsten Anschaffungen sein sollen – und für diesen Zweck zumindest einen Teil des bisher für die Raten verwendeten Geldes auf ein Tagesgeldkonto einzuzahlen – damit es gar nicht erst wieder zu neuen Schulden kommt. Immerhin bist Du in ja bereits daran gewöhnt, ohne dieses Geld auszukommen. Und vielleicht ist auch noch eine Flasche Champagner drin, um diesen Moment gebührend zu feiern.

Der beste Steuertipp

Der beste Steuertipp überhaupt ist es, die Einkommensteuererklärung jedes Jahr auszufüllen und abzugeben.

Jedes Jahr verschenken die Steuerzahler schätzungsweise 500 Millionen Euro an den Staat, nur weil sie auf die Abgabe der Steuererklärung verzichten. Dabei kann der durchschnittliche Privathaushalt allein durch Geltendmachung von normalen Werbungskosten und Pauschbeträgen mit einer Erstattung von 350 Euro rechnen. Wie lange musst Du für netto 350 Euro arbeiten? Da können sich zwei bis drei Stunden für die Steuererklärung durchaus lohnen, denke ich. Und das ganz ohne Spezialtricks. Der einzige Trick dabei ist, die Formulare auszufüllen und abzugeben!

Von all den unterschiedlichen Formularen sollte sich niemand abschrecken lassen – sie werden mit einer ausführlichen Ausfüllanleitung geliefert. Die Anleitung zur Einkommensteuererklärung 2007 steht wie alle anderen Formulare auch als PDF zum Download bei der Bundesfinanzverwaltung zur Verfügung.

Die Finanzverwaltung schreibt:

Besteht keine Erklärungspflicht, kann sich ein Antrag auf Einkommensteuerveranlagung insbesondere lohnen,

  • wenn Sie nicht ununterbrochen in einem Dienstverhältnis gestanden haben;
  • wenn die Höhe Ihres Arbeitslohns im Laufe des Jahres geschwankt und Ihr Arbeitgeber keinen Lohnsteuer-Jahresausgleich durchgeführt hat;
  • wenn sich Ihre Steuerklasse oder die Zahl der Kinderfreibeträge im Laufe des Jahres zu Ihren Gunsten geändert hat und dies noch nicht bei einem Lohnsteuer-Jahresausgleich durch Ihren Arbeitgeber berücksichtigt worden ist;
  • wenn Ihnen Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen entstanden sind, für die kein Freibetrag auf Ihrer Lohnsteuerkarte eingetragen worden ist;
  • wenn Sie oder Ihr Ehegatte im Ausland wohnen, Ihre Einkünfte nahezu ausschließlich der deutschen Einkommensteuer unterliegen und Sie bisher keine familienbezogenen Steuervergünstigungen in Anspruch genommen haben.

Die Einkommensteuererklärung für 2007 muss bis zum 31.5.2008 abgegeben werden, wenn die Abgabe verpflichtend ist, bei Unterstützung durch einen Steuerberater verlängert sich die Frist bis 31.12.2008.

Für die Abgabe gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Zum einen können die guten alten Formulare in Papierform ausgefüllt werden. Wie gesagt, die Finanzverwaltung stellt Ausfüllanleitungen zur Verfügung, und für alte „Handbuchleser“ wie mich reicht diese Art der Unterstützung vollkommen aus.

Dann natürlich per Steuersoftware auf dem eigenen Rechner, die es von unterschiedlichsten Herstellern gibt, beispielsweise die „Steuer-Spar-Erklärung“.

Oder direkt Online mit ausführlicher Beratungs- / Hilfefunktion, beispielsweise bei Lohnsteuer kompakt oder mit dem Steuer-Fuchs.

Wer sich nicht sicher ist, ob er alles richtig angegeben hat, sollte seine fertig ausgefüllten Formulare und alle Belege einpacken und persönlich zum zuständigen Finanzamt gehen. Die Beamten dort sind im allgemeinen sehr nett und vor allem zur kostenlosen Auskunft verpflichtet, auch wenn sie nicht im eigentlichen Sinn beraten.

Viele weitere Infos zum Thema finden sich bei Klicktipps.

Nebenjobs können auch Spaß machen

Wenn das Haupteinkommen nicht reicht, bleibt neben dem Sparen noch eine zweite Möglichkeit: Ein Nebenjob, der für zusätzliches Einkommen sorgt. 

Als ich vor Jahren mit 30.000 Mark Schulden aber nur einem kleinen Berufseinsteiger-Einkommen dastand, wusste ich sofort, dass ich aus der Lage nur heraus kommen würde, wenn ich mir einen zusätzlichen Job suchte. Ich habe dann die Kleinanzeigen in der Tageszeitung durchforstet, fand die Annonce eines Bistros, wo ich mich bewarb und sofort genommen wurde. Mehrere Jahre habe ich dort neben meinem Beruf gearbeitet, viele nette Kollegen und Gäste kennen gelernt – und eigentlich ein zweites Zuhause gefunden. Das Gefühl war ein bisschen wie: Super, dass ich für so viel Fun auch noch bezahlt werde. Am Ende war es eine der wichtigsten Erfahrungen in meinem Leben, und ich habe unendlich viel dabei gelernt.

Hier habe ich mal für Euch eine Liste von Nebenjobs, die für mehr als nur zum Geld verdienen taugen und für die keine besondere Ausbildung notwendig ist:

  1. Kellnern – im richtigen Laden kann das wirklich Spaß machen – Voraussetzung: Du hast Freude daran, mit Menschen umzugehen und bist motorisch einigermaßen geschickt (Ein Tablett durch eine Menschenmenge zu balancieren ist nicht ganz leicht). Meist gibt es verschiedene „Schichten“ tagsüber und abends, die zwischen den Mitarbeitern aufgeteilt werden. Vorteil: Normalerweise gibt es Bargeld nach jeder Schicht, 7 bis 10 Euro pro Stunde plus Trinkgeld, das kann leicht nochmal genau so viel sein. Die Jobs bekommt man am ehesten durch Nachfragen in einem Laden, der einem gefällt und den man öfter besucht – dort wird man am leichtesten „hineinpassen“. Ich habe meinen Job allerdings damals per Anzeige gefunden.
  2. Promotion Jobs – wenn ich das schon als Student gewusst hätte, dass es solche Jobs gibt, hätte ich mein Studium leichter finanzieren können. Promotoren verteilen Werbegeschenke in Bars oder Fußgängerzonen, bieten im Supermarkt Produktproben an oder verkaufen Digitalkameras in Elektronikfachmärkten – es gibt Möglichkeiten eigentlich für jeden Geschmack. Voraussetzung ist auch hier Kontaktfreudigkeit und zusätzlich Redegewandtheit sowie Verkaufsgeschick und ein ansprechendes Äußeres. Wenn für den Job Spezialkenntnisse notwendig sind, findet normalerweise vorher eine Schulung statt. Vorteil: Wechselnde Einsatzorte, man kann eventuell in Unternehmen mal reinschnuppern und hat idealerweise mit seinen bevorzugten Produkten zu tun. Die Vermittlung läuft über Agenturen wie Promotionbasis oder Promoter-Portal. Dort registrierst Du Dich und bekommst dann (hoffentlich) Jobs angeboten. Für die Abrechnung ist meist eine Gewerbeanmeldung notwendig, weil Du der Agentur für den Einsatz eine Rechnung schreibst. Tagespauschalen liegen meist um 150 Euro.
  3. Ideal für Filmfans ist ein Job in der Videothek – Dort werden eigentlich immer Aushilfen gebraucht wegen der langen Öffnungszeiten. Vorteil: Da in Schichten gearbeitet wird, werden Mitarbeiter zu unterschiedlichen Arbeitszeiten benötigt, so dass es keine Abstimmungsprobleme mit dem Hauptjob geben sollte. Voraussetzung ist hier wieder, dass Du mit Menschen einigermaßen gut umgehen kannst, das Verleih- oder Kassensystem bekommst Du eh erklärt. Es gibt ca. 5 bis 7 Euro pro Stunde und die Möglichkeit, Filme kostenlos auszuleihen. Einfach auf Aushänge achten oder in deiner bevorzugten Videothek mal nachfragen.
  4. Aushilfe im Kino ist noch ein Job für Filmfans – Karten verkaufen, Einlasskontrolle, oder Popcorn und Getränke verkaufen, bei Gelegenheit einen Blick in den Kinosaal werfen und die ganze Zeit Filmluft schnuppern. Klingt gut, oder? Voraussetzungen ähnlich wie bei der Videothek. Die großen Betriebe schreiben Jobs im Internet aus, beispielsweise Cinemaxx. Alternativ beim nächsten Kinobesuch Ausschau mal nach Jobangeboten fragen.
  5. Babysitter ist ein toller Job für junge Leute, die Erfahrung und Freude am Umgang mit Kindern haben und ein gewisses Verantwortungsgefühl besitzen. Wer diese Voraussetzungen mitbringt, kann alles Weitere in Babysitterkursen lernen, beispielsweise Wickeln, Verhalten bei Notfällen oder Vorschläge für Aktivitäten mit den Kindern. Bei keinem anderen Job kommt es so sehr auf die „richtige Chemie“ zwischen Jobber und Auftraggeber an, denn natürlich legen Eltern großen Wert auf Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit des Babysitters. Vorteil: Der Verdienst zwischen 5 und 8 Euro pro Stunde wird normalerweise sofort bar bezahlt.
  6. Wer sich selbst als Fachmann oder -Frau in einem bestimmten Thema betrachtet, für den kommt vielleicht die Tätigkeit als Dozent oder Trainer in Frage, zum Beispiel an der örtlichen Volkshochschule. Das Themenspektrum reicht von Sport über Kunsthandwerk bis zu PC-Kursen. Voraussetzung: Einfühlungsvermögen in andere Menschen, Fähigkeit gut zu erklären, eventuell Lehrerfahrung. Sicher kennst du ohnehin die privaten oder öffentlichen Bildungseinrichtungen, die Kurse zu deinem Spezialthema anbieten, in Frage kommt zudem neben der örtlichen VHS die IHK. Vorteil: Während der Beschäftigung mit eigenen Lieblingsthema auch noch Geld verdienen (an der VHS zum Beispiel ca. 15 bis 20 Euro pro Stunde, bei privaten Einrichtungen auch deutlich mehr). Nebenher lassen sich Kontakte zu anderen Fachleuten knüpfen und im Lebenslauf macht sich sowas auch nicht schlecht.
  7. Ein Job als Fahrradkurier wäre nichts für mich, immerhin sind 50 bis 200km Strecke am Tag (!) bei Wind und Wetter zurück zu legen, eigenes Fahrrad und entsprechende Fitness sind also Voraussetzung. Aber es soll ja Leute geben, die ihren Tag freudig auf dem Rad verbringen… Verdienst um die 100 Euro pro Schicht, normalerweise nur in Großstädten möglich.
  8. Mehr Spaß macht dagegen schon der Einsatz als Komparse oder Statist – echte Filmluft schnuppern bei TV- und Filmdrehs, sogar den ein oder anderen Star aus der Nähe sehen, das geht mit diesem Nebenjob. Voraussetzung: Eigentlich keine speziellen, erst recht keine Schaupielausbildung. Es werden immer wieder Leute jeden Alters gesucht. Der Verdienst ist mit 50 bis 70 Euro pro Tag nicht besonders hoch, dafür macht die Sache Spaß. Allerdings solte sich niemand Hoffnung machen, dabei entdeckt zu werden. Viele Angebote und Adressen von Agenturen nach Städten sortiert finden sich bei Komparse.de, noch mehr aktuelle Angebote auch bei Easycast.

Wer dringend Geld braucht und daher auf Jobsuche ist, ist aber auch beliebtes Ziel von Geschäftemachern und Abzockern, also Achtung, Hirn einschalten: Angebote, bei denen vor Zusendung irgendwelcher Unterlagen eine „Schutzgebühr“ fällig ist oder der Anruf einer teuren 0190 bzw. 0900 Telefonnummer, sind unseriös. Genau wie die Versprechen, „1000 Euro nebenher von zuhause aus“ zu machen. Bei Anzeigen, in denen nur eine Telefonnummer, aber kein Firmenname oder Produkt genannt ist, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Aus welchem Grund sollte es ein seriöses Unternehmen nötig haben, seinen Namen zu verschweigen? Wir sprechen ja hier nicht von Angeboten für Führungskräfte, bei denen eine gewisse Diskretion durchaus geboten wäre…

Auch die so genannten Direkt- oder Strukturvertriebe bieten selten eine seriöse Perspektive: Meist ist es notwendig, eine Erstausstattung des Produktsortiments zu erwerben, das man verkaufen soll. Wer darauf sitzen bleibt, hat dann Pech gehabt. 

Viele weitere Tipps zum Thema Nebenjob gibt es bei Nebenjob.de

Finanzkrise und Anlagestrategie

Der Dax hat seit Januar mehr als 20 Prozent an Wert verloren, eine renommierte Investmentbank wie Bear Stearns ist nur durch eine Übernahme zu retten, alle paar Wochen versucht die Fed der Lage in den USA durch eine Zinssenkung Herr zu werden, die Aufzählung könnte noch weiter gehen.

Da frage ich mich als Kleinanleger, was die beste Strategie für die nächsten Monate ist, das eigene Vermögen zu sichern. Raus aus den Aktien? Oder wie jetzt?

Aktien verkaufen oder Krise aussitzen?

Da generell gilt, dass Aktienanlagen langfristige Anlagen sein sollten, sollten Anleger, die derzeit in Aktien investiert sind, mit 2 bis 3 Jahren rechnen, bevor das Investment sich wieder rentiert. Ein ausgewogen strukturiertes Anlageportfolio mit Aktien, Anleihen, Fonds muss nicht unbedingt verändert werden. Renditeberechnungen bei Anlagen basieren immer auf einer Mischkalkulation: ein Teil macht sensationelle Rendite, ein Teil macht Verlust, der Rest ist irgendwo mittendrin. Wer dagegen sein Geld so lange nicht entbehren kann, steigt besser jetzt aus.

Jetzt einsteigen bei den günstigen Kursen?

Es lässt sich derzeit schwer sagen, ob der Boden schon erreicht ist, oder ob noch mit weiteren Kursverlusten zu rechnen ist. Die Märkte sind unruhig, mal 2% runter an einem Tag, mal 1,5% rauf am nächsten. Die Experten der Banken schwanken zwischen der Empfehlung, für mittel- bis langfristige Engagements jetzt einzusteigen oder noch bis nach dem Sommer abzuwarten. Wer risikobewusst ist und einsteigen möchte, sollte das auf jeden Fall in mehreren über das Jahr verteilten Beträgen schrittweise tun.

Fondssparplan stoppen?

Frank Bock, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Investment-Gesellschaften, empfiehlt langfristig orientierten Fondssparern derzeit, ihre Sparpläne weiterzuführen. Der Grund dafür ist der so genannte Cost-Average Effekt: „Wenn Anleger monatlich feste Beträge in Investmentfonds anlegen, bekommen sie in Zeiten sinkender Kurse mehr Anteile für ihre feste Rate.“ Damit vergünstigt sich bei fallenden Kursen automatisch der Einstiegskurs, wenn weiter gekauft wird. Wer gerade jetzt mit dem Sparen aufhört, bringt sich selbst genau um diesen Effekt. Zwischenzeitliche Kursverluste sind bei Fondssparplänen kein Problem. Wichtiger ist es, wie die Kurse zum Ende der Laufzeit stehen. Bei niedrigen Kursen lohnt es dann meist, die Laufzeit zu verlängern, bis die Kurse besser stehen, weil das die Gesamtrendite deutlich verbessern kann.

Was ist mit Riester Fondssparplänen?

Für Riester Fondssparpläne gilt im Prinzip das gleiche wie zuvor gesagt, mit einer Ergänzung: Die Riester Verträge enthalten normalerweise eine Kapitalgarantie. Das bedeutet, dass zum Ende der Laufzeit immer 100% der Einzahlungen und Zulagen ausgezahlt werden müssen. Dies gilt allerdings nicht bei vorzeitiger Kündigung. Ein Grund mehr, Riester-Verträge auf jeden Fall laufen zu lassen.

Und was gibt es für krisenfeste Anlageformen?

Rendite und Risiko verhalten sich typischerweise umgekehrt proportional. Demnach sind jetzt genau die renditeärmeren Produkte gefragt, beispielsweise Festgeld oder Tagesgeld: Die Zinsen für diese Anlagen stehen im Voraus fest und können jeweils erst zum Ende eines vereinbarten Anlagezeitraums angepasst werden. Aktuell sind derzeit bis zu 5% zu holen. Wichtig ist jedoch, dass die Bank, bei der man sein Geld anlegt, dem Einlagensicherungsfonds des deutschen Bankgewerbes angehört – dann ist das angelegte Geld auch bei einer Pleite der Bank geschützt.
Für die Sicherheit von Bundesschatzbriefen und anderen Bundeswertpapieren garantiert der deutsche Staat, aber diese Sicherheit wird mit entsprechend niedrigen Renditen von derzeit 3% bis 3,5% erkauft.
Eine weitere Alternative sind Anleihen von Banken oder Unternehmen.

Wie sicher sind Rentenfonds?

Rentenfonds investieren in verschiedene der oben genannten festverzinslichen Anlageformen und diversifizieren damit das Risiko, allerdings berechnen Fondsgesellschaften auch Verwaltungsgebühren. Der Verlust des eingesetzten Kapitals ist bei Rentenfonds sehr unwahrscheinlich, solange der Fonds auf Qualitätsanleihen mit guten Ratings setzt. In Zeiten sinkender Zinsen – wie jetzt gerade – profitieren Rentenfonds, denn sinkende Zinsen bedeuten steigende Kurse für Anleihen, die bereits am Markt sind, weil sie für Anleger attraktiver werden als neue, niedriger verzinste Papiere. Damit sind Rentenfonds eine gute Möglichkeit, das Anlageportfolio zu diversifizieren.

Sind Kapitallebensversicherungen sicher?

Die Kapitallebensversicherung gilt als der Inbegriff von Sicherheit, stellt aber leider keine wirklich gute Kapitalanlageform dar. Die Rendite beruht zum großen Teil auf der Überschussbeteiligung des Versicherers, deren Höhe jedes Jahr neu aufgrund der erzielten Renditen aus dem Anlagegeschick der Versicherungsgesellschaft bestimmt wird. Die beim Abschluss genannten Ablaufbeträge sind im Normalfall reine Schätzungen – die zumindest bei meinen Verträgen Jahr für Jahr nach unten korrigiert wurden. Denn die durchschnittliche Gesamtverzinsung ist in den letzten Jahren von 7% auf um die 4% gesunken, der Garantiezins liegt inzwischen sogar meist unter 3%. Nach den jüngsten Zinssenkungen in den USA muss damit gerechnet werden, dass die Lebensversicherer noch geringere Renditen einfahren – die dann entsprechend auf die Verträge durchschlagen. Ein gesetzlicher Sicherungsfonds sorgt allerdings dafür, dass selbst bei der Pleite einer Lebensversicherungsgesellschaft die Leistungen aus dem Vertrag gesichert sind.

Mit Garantiezertifikaten auf der sicheren Seite?

Im Prinzip können Anleger mit Garantiezertifikaten an der positiven Entwicklung auf dem Aktienmarkt teilnehmen ohne das Risiko eines Kapitalverlusts einzugehen. Das klingt, als bekomme man da das beste aus beiden Welten. In der Praxis jedoch wird die Risikominimierung mit einer Renditeminimierung bezahlt. FINANZtest hat kürzlich einige Garantiezertifikate getestet – mit ernüchterndem Ergebnis: „Nur ein Produkt bietet Anlegern faire Gewinnchancen.“

Jetzt noch in Gold einsteigen?

Gold gilt als die Krisenwährung schlechthin. Daher hat sich im vergangenen halben Jahr das Interesse der Anleger darauf konzentriert, der Goldpreis ist um über 50 Prozent gestiegen und hat inzwischen die 1000 Dollar Marke überschritten. Denn Gold ist ein solider Sachwert und damit inflationssicher. Vermögensberater empfehlen, etwa 10 Prozent des Vermögens in Gold zu investieren, als sicherheitsorientierte Beimischung zum Portfolio. Hohe Renditen sind aufgrund des bereits sehr hohen Niveaus dagegen jetzt nicht mehr zu erwarten, eher muss mit einem leichten Sinken des Preises gerechnet werden. Eventuell sind andere Rohstoffe vorzuziehen, am besten in Form von ausgewogenen Rohstoff-Indexfonds, den hier sorgt das Verhältnis von Angebot und Nachfrage weiterhin für steigende Preise, und die Inflation wirkt sich sogar positiv auf die Rendite aus.

Und Betongold, sprich Immobilien?

Aufgrund der niedrigen Zinsen kann sich die Investition in Immobilien durchaus lohnen. Es ist eher nicht zu erwarten, dass die Immobilienkrise in den USA auf den deutschen Markt durchschlägt, da in Deutschland der Immobilienmarkt wesentlich weniger spekulativ ist und Kredite deutlich strikter vergeben wurden und werden als in den USA. Die Immobilie zur Selbstnutzung wird damit voraussichtlich wertstabil bleiben. Für Immobilien als reine Geldanlage gilt dagegen noch mehr als immer schon die Binsenweisheit von den drei wichtigsten Kriterien beim Immobilienkauf: Lage, Lage, und Lage. Interessant mit potentieller Wertsteigerung sind höchstens Immobilien in guter Lage in Ballungsräumen. In wirtschaftsschwachen oder ländlichen Regionen ist damit kein Geschäft zu machen.

Wie setzt man Verluste von der Steuer ab?

Spekulationsverluste können mit Spekulationsgewinnen verrechnet werden – aber nicht mit Zinsgewinnen oder anderen Einkommensarten. Das Finanzamt betrachtet zudem Kursverluste nur dann als verrechenbare Spekulationsverluste, wenn diese innerhalb der „Spekulationsfrist“ von 12 Monaten nach dem Kauf durch Verkauf auch wirklich realisiert wurden. Die Daten sind in der Anlage SO der Einkommensteuererklärung anzugeben, wenn sie nicht direkt bei der Bank verrechnet wurden, sofern sie in einem einzelnen Depot angefallen sind.

Fazit

Auch in der Krise gibt es viele Optionen, und nach wie vor ist eine Strategie am wichtigsten: „Nicht alle Eier in einen Korb legen“, also diversifizieren. Langfristig fährt derjenige am besten, der ein ausgewogenes Portfolio besitzt mit einer Mischung aus sicheren, aber niedrig verzinsten Anlagen, deutschen, internationalen und Schwellenländer-Fonds, Rohstoffen und Immobilien. Wessen Vermögen für diese Art der Diversifikation (noch) nicht ausreicht, der sollte nach dem Aufbau einer Liquiditätsreserve zunächst mit möglichst breit investierenden Aktienfonds einsteigen. Aktien-Einzeltitel sind für den Beginn des Vermögensaufbaus denkbar ungeeignet, selbst wen es sich um vermeintlich „todsichere Tipps“ handelt – denn das Risiko, alles auf ein einzelnes Unternehmen zu setzen, ist ungleich höher, als sein Geld auf mehrere Unternehmen oder eine ganze Region zu setzen, indem man Aktienfonds kauft.

3 Gründe, warum Barzahlung gut für die Kaufkraft ist

Kreditkarten haben sich nach der weltweit ersten „Diners Club“ Kreditkarte 1949 seit Jahren als Standard-Zahlungsmittel etabliert. Nahezu jeder besitzt eine, meistens mehrere Kreditkarten. Die Kartenzahlung ist bequem und die Beträge werden erst einen Monat nach Zahlung abgebucht. Wo ist also das Problem?

Bargeld ist mehr wert als Plastikgeld

Da ist zum einen der so genannte „Disagio“, eine Gebühr von 3% bis 5% jeder Kartenzahlung, die der Verkäufer an die Kreditkartengesellschaft abführt. Selbstverständlich ist diese Gebühr nach den Gesetzen der marktwirtschaftlichen Preisfindung im Verkaufspreis enthalten. Dadurch werden im Prinzip alle unsere Einkäufe teurer, und zwar egal ob wir im Einzelfall per Karte bezahlen oder nicht. Umgekehrt gesehen lässt sich bei Barzahlung größerer Beträge relativ leicht ein Rabatt heraus handeln.

Der Begriff „Kaufkraft“ bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre diejenige Gütermenge, die mit einer Geldeinheit gekauft werden kann. Demnach besitzt Bargeld also einen höheren „Wert“ als Plastikgeld und sorgt damit eben für höhere Kaufkraft.

Kartenzahler geben mehr Geld aus

Es ist zudem erwiesen, dass Kunden, die mit Kreditkarte zahlen, mehr Geld ausgeben als bei anderer Zahlungsweise. Beispielsweise wirbt ein Kreditkartenunternehmen so für Akzeptanz im Handel:

Im Allgemeinen geben Kreditkarteninhaber bei Einzelhändlern mehr als mit jedem anderen Zahlungsverfahren aus. Die verzögerte Abbuchung ermöglicht deutlich größere Flexibilität bei der persönlichen Ausgabenplanung und schafft zusätzliche Kaufkraft. Die Zahl der Spontankäufe, die Verbraucher mit Bargeld oder Schecks nicht oder seltener machen können, ist bei Kartennutzern entsprechend höher.

Richtig in dieser Aussage ist sicher, dass die Zahl der Spontankäufe durch den Einsatz von Kreditkarten steigt. Fraglich ist allerdings, ob ein Spontankauf – am Ende ohne ausreichende finanzielle Reserven – den eigentlichen Zielen des Käufers dient. Denn das „spontan“ ausgegebene Geld steht schließlich nicht mehr für die geplanten, vielleicht wichtigeren Ausgaben zur Verfügung.

Oft genug verleitet das Plastikgeld in der Tasche sogar dazu, mehr Geld auszugeben, als man besitzt, denn das Zücken der Kreditkarte wird gar nicht so recht als Geldausgeben wahrgenommen. (Ich selbst schaue beim Unterschreiben des Kreditkartenbelegs meist noch nichtmal auf die Summe, weil es gefühlsmäßig so wenig mit echtem Geld zu tun hat.) Dann rutscht entweder das Konto in die roten Zahlen, oder Betrag wird in Raten an die Kreditkartenfirma zurückbezahlt. In beiden Fällen sind happige Zinsen – eigentlich immer über 10%, meist sogar deutlich mehr – fällig.

Hier die Definition von Kaufkraft aus der Wikipedia:

Als Kaufkraft der Verbraucherhaushalte bezeichnet man das in privaten Haushalten für Konsumzwecke verfügbare Einkommen, also denjenigen Betrag, der pro Haushalt vom Einkommen verbleibt, nachdem alle regelmäßig wiederkehrenden Zahlungsverpflichtungen (z. B. Wohnungsmieten, Kreditraten, Versicherungsprämien) bedient wurden.

Die Zinsen zusammen mit den Rückzahlungsraten verringern also die Kaufkraft des Konsumenten, anstatt wie im ersten Zitat behauptet, sie zu erhöhen.

Zinsen bekommen statt bezahlen

Wer vor einer Anschaffung den entsprechenden Betrag beispielsweise auf einem Tagesgeldkonto anspart, erhält zusätzlich noch Zinsen während der Ansparphase und vermehrt damit sein verfügbares Einkommen, ergo seine Kaufkraft. Ist es nicht viel attraktiver, Raten an sich selbst zu zahlen und dafür Zinsen zu erhalten, anstatt Raten plus Zinsen an die Bank zu zahlen?