10 Schritte zum Anlageerfolg

Der Vermögensverwalter Hannes Peterreins beschreibt in seinem Buch „Grundsätze soliden Investierens“ die 10 wichtigsten Schritte zum Anlageerfolg:

  1. Ziele setzen: Ohne Anlageziele ist in Finanzdingen alles zufällig. Diese Ziele beschreiben beispielsweise den gewünschten Endbetrag und den geplanten Anlagezeitraum, oder das geplante Renditeziel. Genügt eine Rendite von 4%, um nach x Jahren Betrag z zu erhalten? Dient die Anlage der eigenen Altersvorsorge oder dem Sparen für die Anschaffung des neuen Autos in 3 Jahren? Eine kleine Hilfe zur Bestimmung der eigenen Ziele bietet mein-finanzbrief.de
  2. Risiko minimieren: Wenn das Ziel bekannt ist, wird die risikoärmste Anlageform gesucht, mit der es sich erreichen lässt. Bei niedrigen Renditezielen ist das vielleicht Tagesgeld oder Festgeld, also eine Anlageform mit sehr niedrigem Risiko.
  3. Vorsicht vor Vergangenheitsdaten: Wer garantiert, dass eine Aktie oder Fonds, die 5 Jahre lang sehr gut gelaufen sind, dass auch weiterhin tun? Laut Peterreins ist der Blick in die Vergangenheit einer der sichersten Wege, an den Kapitalmärkten viel Geld zu verlieren, da gute Performancedaten einerseits den Blick für eventuell hohe Gebühren und Kosten trüben, und zum anderen eine realistische Einschätzung der am Kapitalmarkt immer vorhandenen Verlustrisiken verhindern.
  4. Vergessen Sie Kapitalmarktprognosen: Niemand kann in die Zukunft schauen. Daher ist der vermeintlich „sichere Aktientipp“ und erst recht die Prognose, wie der DAX in 6, 12 oder 24 Monaten stehen wird, nicht viel mehr als Wahrsagerei. Die Gefahr ist aber, aufgrund der vermeintlichen Sicherheit zu wenig zu diversifizieren.
  5. Glauben Sie nicht an die Macht der Fondsmanager: Die Mehrzahl der aktiv gemanagten Fonds schlägt den Vergleichsindex nicht, daher lässt sich mit den deutlich kostengünstigeren Indexfonds häufig eine bessere Rendite erzielen. Die Wirtschaftswoche untersucht, welche Fondsmanager ihr Geld wert sind.
  6. Gebühren minimieren: Ein hoher Ausgabeaufschlag sowie hohe Verwaltungsgebühren können stark an der Rendite eines Fonds zehren. Dagegen hilft der Einkauf beispielsweise über Online-Fondsvermittler, die häufig viele Fonds mit 100% Rabatt auf den Ausgabeaufschlag anbieten. Der nächste Schritt ist der Blick auf die Verwaltungsgebühr. Speziell die gerade aufgrund der Abgeltungssteuer so stark beworbenen Dachfonds schießen bei den Gebühren leicht über das Ziel hinaus.
  7. Vermögen diversifizieren: Die alte Börsenweisheit, dass man nicht alle Eier in einen Korb legen solle, ist unverändert gültig. Ein ausgewogenes Portfolio enthält Produkte unterschiedlicher Anlageklassen, wie Aktien, Fonds, Anleihen, Renten, Immobilien – am besten solche, die sich möglichst unabhängig voneinander entwickeln. Damit wird das Risiko möglichst breit gestreut. Im Idealfall kann dann ein Verlust bei der einen Anlage durch Gewinne der anderen Anlage ausgeglichen werden. Die FAZ schreibt dazu: „Diversifikation über alles“.
  8. Anlagehorizont beachten: Aus der Definition der Anlageziele sollte bereits hervorgehen, für welche Dauer das Geld angelegt werden soll. Anhand dessen können dann die entsprechenden Produkte gewählt werden: Für kurzfristige Anlagen bis 24 Monate eignet sich Tagesgeld, Festgeld oder Geldmarktfonds. Bei Anlagen ab mindestens 2 Jahren bis zu 6 Jahren kommen auch Aktienfonds und Anleihen in Frage. Erst bei Anlagezeiträumen darüber hinaus kommen Aktien, langlaufende Anleihen oder geschlossene Fonds in Frage. Ein interessanter Vergleich einzelner Fondsarten findet sich bei finanznet.de
  9. Risiken richtig managen: Vor Kauf von Kapitalmarktprodukten sollte sich jeder Anleger für sein Depot ein Risiko definieren, also den Verlust, den er maximal einzustecken bereit ist. Anhand dessen können dann für einzelne Positionen Strategien wie Stop-Loss Kurse oder die Option, antizyklisch nachzukaufen, definiert werden. Mehr dazu bei boerse.ARD.de
  10. Distanz wahren: Das ständige Beobachten des eigenen Depots und der Börsenkurse zerrt an den Nerven und führt laut Experte Peterreins nachweislich zu Fehlentscheidungen. Man muss ja nicht gleich so weit gehen wie André Kostolany, von dem der viel zitierte Spruch stammt: „Anleger sollten Aktien kaufen, dann Schlaftabletten schlucken. Nach ein paar Jahren können sie sich über einen hübschen Gewinn freuen“.

12 Gedanken zu „10 Schritte zum Anlageerfolg“

  1. „Das ständige Beobachten des eigenen Depots und der Börsenkurse zerrt an den Nerven und führt laut Experte Peterreins nachweislich zu Fehlentscheidungen“
    Das finde ich auch. Man hat nur mehr Sorgen und der Gewinn steigt auch nicht wesentlich, wenn man immerzu das Depot verändert und die Kurse täglich verfolgt. Bleibe lieber bei meinem Tagesgeldkonto, da kann ich nachts ruhig schlafen 😉

  2. Wenn man Geld investieren möchte, dann sollte man am besten ins Immobiliengeschäft investieren, einen Fond einrichten… das zahlt sich am meisten aus! Fonds sind die ideale Lösung in Zeiten der Finanz – Krise!

  3. Wer in der heutigen Zeit eine sichere Geldanlage finden möchte, muss sich warm anziehen.Deshalb stimme ich zu, was die o.g. Punkte betrifft. Aber sein wir mal ehrlich, wie glaubhaft ist denn das alles, AUF WEN IST DENN HEUTE NOCH VERLASS?
    Es wäre doch zu überlegen, sein Glück in die eigenen Hände zu nehmen. Wenn man etwas Mut und Vertrauen zu sich selbst hat, sollte man es wagen, die Verantwortung selbst zu übernehmen.Und da gibt es sicherlich viele Möglichkeiten.

  4. Kurz und knapp auf den Punkt. Danke.
    In der heutigen Zeit fragt man sich ja immer, wem man in Sachen Geld verdienen und vor allem Geld behalten 😉 noch trauen kann. Ich manage mein Geld selber. Jahrelang habe ich Fonds bespart und dabei nur Geld verloren. Soweit zu den Profis.

  5. Mittlerweile gibt es ja viele denkbare Anlageformen. Neben Öl auch Holz und einiges andere mehr neben den klassischen Anlageformen. Da ist es gar nicht so leicht den Überblick zu behalten und die richtige Entscheidung zu treffen. Diese 10 Schritte hier sind aber schonmal ein Schritt in die richtige Richtung.

  6. Dank dem wieder nicht erhöhten Leitzins will uns die EZB zu alternativen Anlagemethoden quasi zwingen. Da ich ein risikoloser Anleger bin, ist es schwierig etwas zu finden.

  7. In diesem Bereich gibt es tatsächlich einiges zu beachten, da das Thema doch weit aus umfangreicher ist, als so mancher glaubt. Der ein oder andere Tipp ist hier sicherlich eine sehr große Hilfe, insbesondere für diejenigen, die gerade erst am Anfang sind und sich mit diesem Thema auseinander setzen.

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